Goure!

Unsere Gemeindemediothek ist mindestens bis zum 19. April geschlossen. Ob danach wieder geöffnet wird, kann noch nicht gesagt werden. Was Bibliothekarin Sabine Pfeifer sicher sagen kann: „Die bei uns ausgeliehenen Medien werden automatisch automatisch verlängert ohne zusätzliche Kosten.“ Die Bücherei-Chefin hat auch einen guten Tipp fürs Lesen zuhause bei geschlossener Mediothek: Über OnleiheVerbundHessen kann man derweil Bücher gratis online lesen statt sie zu leihen.

Wir helfen im (geschlossenen) Rathaus zwar gerne weiter bei vielen Fragen, aber bei der Soforthilfe des Landes für Unternehmer und Unternehmen ist das Regierungspräsidium die richtige Adresse. Genauer gesagt, dessen Intenet-Portal (https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe). Obacht Online-Verfahren: Der Antrag muss über ein PDF-Formular online eingegeben werden und zwar „am Stück“. Das Antragsverfahren bricht ab, wenn 15 Minuten nichts mehr ausgefüllt worden ist. Wahrscheinlich besser zunächst die Ausfüllhilfe herunterzuladen, aufmerksam lesen und mit Notizen für die eigenen Angaben das Ausfüllen beginnen. Gutes Gelingen!

Was ist erlaubt und was nicht? Das Land Hessen stellt in seinen Auslegungshinweisen zu den Corona-Verordnungen noch einmal klar, was in diesen Zeiten geht und was nicht.

Einkaufservice, Nachbarschaftshilfe. Vieles hat sich schon im Dorf von ganz alleine eingespielt. Wir starten nun „Eschenburg hilft“. Unter der Adresse  www.eschenburg.de/hilft listen wir aktuell Angebote und Adressen zur Nachfrage auf. Das Rathaus bleibt Ansprechpartner und Anlaufstelle, auch wenn derzeit Telefon und E-Mail das wichtigste Werkzeug sind.

Die Gemeinde ist zwar im Krisenmodus, aber nicht untätig. Der Gemeindevorstand hat in dieser Woche beschlossen, dass im April keine Kita-Gebühren erhoben werden sollen. Soweit die Kinderbetreuung nicht genutzt werden kann, sollen Eltern auch nicht dafür bezahlen müssen. Für die Gremien auch neu ist der so genannte Umlaufbeschluss: Beigeordnete und Bürgermeister kamen nicht zu einer Sitzung zusammen, sondern erhielten die Beschlussvorlage per E-Mail und stimmten auch auf diesem Wege zu. Wenn die Krise vorüber ist und wieder Sitzungen stattfinden, wird die Gemeindevertretung diese Vorgehensweise bestätigen.

Auf eine gemeinsame Vorgehensweise im Kampf gegen das Corona-Virus haben sich Bund und Länder geeinihgt. In den nächsten zwei Wochen sollen die Kontakte eines jeden auf ein Minimum reduziert werden. Außer Haus sollen nur noch Einzelbegegnungen geboten sein. Das heißt, hier sollen sich maximal 2 Personen treffen, die nicht ohnehin zusammen leben. Beim Einkaufen, auf der Arbeit, auch schon im persönlichen Gespräch sollte man sich einzeln gegenüberstehen – und immer mit dem Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern. Dieser Sicherheitsabstand ist sinnvoll, weil das Coronavirus durch Tröpfchen übertragen wird.

Aus Rücksicht auf andere sollte man auch Abstand davon nehmen,  die weiteren Einschränkungen lautstark zu kommentieren Anstrengungen, denn die Regelungen werden in Deutschland einheitlich zu fassen sein. „Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

In der Gastronomie wird bestätigt, was Hessen bereits am Samstag verordnet hatte. Alles hat zu schließen, was nicht reine Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause ist.

Speisen und Getränke dürfen nur zur Abholung oder Lieferung angeboten werden. Abholung geht eigentlich nur noch ohne Wartezeit und mit Mindestabstand 1,5 Meter – da geht eigentlich nur der Fensterverkauf. In jedem Fall wichtig: Hygiene-Maßnahmen und Aushänge. 

Alles schließt, alles wird abgesagt, konnte man in Hessen schon die Vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus zusammenfassen. Ziel ist es immer, die Kontakte zu unterbrechen, um die Ansteckungsgefahr zu senken und die Verbreitung des Virus zu bremsen.

Wir haben als Gemeinde bereits am 16. 03.2020 alle öffentlichen Einrichtungen, alle Spielplätze, Schutzhütten und Freizeitanlagen geschlossen, damit sich durch unsere Kontakte, Treffen und Gespräche das Virus nicht weiter ungebremst ausbreitet. Denn jeder Kontakt birgt die Gefahr der Infektion – nicht nur für sich selbst, sondern für andere. Deshalb haben wir am vergangenen Freitag um 13 Uhr sogar eine Hochzeitsgesellschaft vorm Rathaus aufgelöst. Sektempfang und freundliche Umarmungen verbieten sich selbst bei einem freudigen Ereignis. Bei Beerdigungen geht es seit dieser Woche genau so – wir sperren die Friedhofshallen nicht, um die Menschen zu ärgern, die mit ihrer Trauer schon genug Leid zu tragen haben. Die Lage ist Ernst. Es geht um Leben oder Tod.

Deshalb rufen wir mit einem Warnhinweis am Frühlingsanfang nochmals deutlich auf: Keine Feier, kein Feuer! Neben dem Ansteckungsrisiko einer auch noch so kleinen Privat-Party hat offenes Feuer die Gefahr, dass unsere ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr alarmiert werden und dann – wegen eines unnötigen Anlasses – am Ende noch ihre Gesundheit riskieren.

Diese drastischen Einschnitte zeigen, dass es jetzt eine entscheidende Situation ist, um gemeinsam gegen die weitere Ausbreitung des Virus zu kämpfen. Betrachten wir es mal anders herum, dann wird es vielleicht deutlicher.  Es gibt in dieser schwierigen Situation nur drei Gründe das Haus zu verlassen:

1. Wirklich notwendige Arbeit

2. Lebenswichtige Besorgungen (z. B. Nahrung, Apotheke)

3. Hilfe für andere

„Vorübergehend“ geschlossen bekommt eine neue Bedeutung: Wir schließen alles, damit die Corona-Krise vorübergeht. Dazu kann, dazu muss jeder beitragen. Ab 16.03.2020 sind alle Einrichtungen der Gemeinde Eschenburg, der Gemeindewerke, das Freizeitbad „Panoramablick“ und auch die Kläranlage geschlossen, damit wir Sicherheit herstellen und halten können für alle. Denn im gemeinsamen Kampf gegen Corona sollen wir alle unnötigen und unkontrollierbaren Kontakte meiden.

Wir sind für Sie da über

Telefon (02774) 9150

und E-Mail buergermeister@eschenburg.de

Vieles kann warten oder muss warten können. Beim Einwohnermeldeamt Pässe abholen kann in den meisten Fällen warten, eine Ummeldung geht rückwirkend. Einzig Sterbefallanzeigen sind unaufschiebbar, hier reicht aber zunächst ein Telefonkontakt.

Für die Beerdigungen stehen die Friedhofshallen nicht zur Verfügung. Die Trauerfeiern können mit maximal 50 Teilnehmern unter freiem Himmel stattfinden. Für ein Kaffeetrinken stellt die Gemeinde keine Räumlichkeiten zur Verfügung und rät auch von diesen Veranstaltungen aus Gründen der Ansteckungsgefahr dringend ab.

Auch die öffentlichen Spielplätze in der Gemeinde Eschenburg werden gesperrt. Das ist den Familien mit KIndern schwer zu vermitteln, dass nach der Schließung von Kitas, Schulen und Schwimmbad jetzt auch auch die Spielplätze gesperrt werden, aber es muss sein. Mit jedem Kontakt erhöht sich das Risiko, dass Corona weiter verbreitet wird. Geschlossen sind aus dem gleichen Grund alle Schutzhütten, Festplätze und Freizeitanlagen wie der „Alte Wissenbacher Sportplatz“. Hier ist es nicht nur unverantwortlich für die eigene Gesundheit, sondern gefährdet mehr andere als man denken mag. Wer an der Grillstelle des Alten Wissenbacher Sportplatzes jetzt ein Feuer macht, was derzeit verboten ist, riskiert völlig unnötig die Gesundheit der Freiwilligen Feuerwehr: Denn wenn auch nur ein „unklarer Feuerschein“ für dieses Gebiet alarmiert wird, müssen wir von einem Waldbrand ausgehen und alarmieten. Viele ehrenamtliche Kräfte eilen dann zum Feuerwehrgerätehaus, springen in die Schutzkleidung und in die Fahrzeuge und können dabei Sicherheitsabstände für das Virus gar nicht einhalten…Wenn es glimplich ausgeht, brauchen wir hinterher nur alles zu desinfizieren. Deshalb gilt zu den Verboten auch: Kein offenes Feuer!

Zweckfeuer kann man derzeit nicht anmelden. Hierfür wäre das persönliche Erscheinen im Rathaus weniger das Problem, sondern hier hat das ganze eine größere Auswirkung auf die Sicherheit: Auch bei einem ordnungsgemäßen Zweckfeuer kann es vorkommen, dass jemand Feueralarm gibt und die 112 anruft. Dann springen unsere Feuerwehrleute völlig unnötig in die Klamotten und riskieren dafür eine Infektion. Wir meinen, das muss nicht sein und kann warten.

Auch der Wertstoffhof, der als Einrichtung des Kreises samstags am Bauhof der Gemeinde betrieben wird, wird geschlossen bleiben. Zwar lockt das Wetter zur Gartenarbeit und unter freiem Himmel lässt sich doch der Abstand leichter einhalten, mag mancher denken, aber auch dieser Ort bringt Menschen in Kontakt – und das ist im Kampf gegen Corona erst einmal gründlichst zu unterbinden und verhindern.

Zum Schutz vor dem Coronavirus hat das Land Hessen bis 19.04.2020 alle Schulen und Kitas geschlossen. Eine Notfallbetreuung der Kitas wird organisiert für die Kinder der Eltern, die in der Eilverordnung genannt werden.

Kreis und Kommunen haben sich verständigt, aus Vorsicht vor dem Corona-Virus bis auf Weiteres Bürgerhäuser und Hallen grundsätzlich nicht zu vermieten und alle Veranstaltungen abzusagen, die nicht unbedingt stattfinden müssen.

Solange es keinen Impfstoff gibt, lässt sich die Epidemie mit dem Erreger SARS-COV-2 (Coronavirus) nur eindämmen, wenn unkontrollierte Kontakte zwischen Menschen verringert und verhindert werden. Wir müssen gemeinsam alles daransetzen, die Ansteckungsgefahren zu senken und die Ausbreitung zumindest zu bremsen, wo wir es können. Deshalb bitten wir um Verständnis für diese vorübergehenden Maßnahmen und Ihre aktive Mithilfe. Vorsicht ist Bürgerpflicht!

Weit höher als die Zahl der Erkrankten ist die Schar der Kontaktpersonen und damit auch die Reichweite der Risiken. Das mag die Verantwortung aufzeigen, die jeder Veranstalter – auch im Verein und im Privaten – trägt: Wenn drei Wochen nach der Skatrunde oder der Chorstunde ein Krankheitsfall auftritt, muss das Gesundheitsamt des Kreises sämtliche Kontaktpersonen aus dem Umfeld und Umgang ermitteln und ggf. in Quarantäne stecken. Dann müsste auch jeder Veranstalter und Verantwortliche z. B. alle Teilnehmer des Kaffeetrinkens oder der Skatrunde noch kennen und benennen können.

Auf der Grundlage des Erlasses des Landes Hessen und der Allgemeinverfügung des Lahn-Dill-Kreises können von unserer Regelung Ausnahmen nur mit sehr hohen Auflagen (Hygiene, Sicherheit, Abstände, Besucherdokumentation, etc.) genehmigt werden. Blutspende-Termine sind dafür eines der wenigen Beispiele, weil hierbei die ohnehin hohen Standards für Gesundheit, Hygiene und Dokumentation angepasst werden können.

Bis auf Weiteres bleiben die Dorfgemeinschaftshäuser grundsätzlich geschlossen. Auch für Veranstaltungen im privaten Bereich werden wir die erforderlichen Genehmigungen mit der gleichen Begründung versagen.

Weil das Virus vor allem über Speichel übertragen wird, werden wir bis auf Weiteres auch keine „Anzeige eines vorübergehenden Gaststättenbetriebes nach § 6 des Hess. Gaststättengesetzes (HGastG)“ annehmen können.

Bestimmt haben Sie auch Verständnis dafür, dass wir Eheschließungen auf das Standesamtliche beschränken und auch keine Sektgläser zur Verfügung stellen. Wenn sich der Termin nicht verschieben lässt, ist der Personenkreis bei der standesamtlichen Trauung ebenso auf ein Minimum zu beschränken und die Sicherheit auf ein Maximum auszurichten.

Lächeln statt Handschlag, mehr Abstand halten statt Anhusten – das sind einfache Vorkehrungen, die jeder selbst einhalten kann. Bitte bedenken Sie dies auch bei Besuchen im Rathaus, die jeder ebenso vorübergehend auf ein Minimum beschränken sollte. Wir sind für Sie da und wollen und müssen einsatzfähig bleiben. In dringenden Fällen und wichtigen Fragen steht Ihnen unsere Notfall-Nummer 02774 915-110 zur Verfügung.

Das Freizeitbad „Panoramablick“ hat ab 16.03.2020 vorübergehend geschlossen. Ganz normale Grippeviren und auch Corona können nach derzeitigem Wissensstand nicht durchs Badewasser übertragen werden und für den ganz normalen Badebetrieb greift unser hoher Hygiene-Standard, wir wollen aber auch hier Menschenmengen meiden und die Verbreitung des Virus stoppen, bevor sie bei uns beginnt.

Wichtige Informationen zum Coronavirus und was wir selbst zum Schutz tun können, steht unter www.lahn-dill-kreis.de/corona auf der Internetseite des Kreises.

Mit freundlichen Grüßen

Götz Konrad

Bürgermeister

Allgemeinverfügung des Lahn-Dill-Kreises vom 11.03.2020

Erlass des Landes Hessen vom 10.03.2020