Autorarchive: Götz Konrad

Kampf gegen Corona: Mehrzweckhalle ab 19. Oktober wieder offen (18.09.2020 – 09:00 Uhr)

Mehrzweckhalle ab 19. Oktober wieder offen

Goure!

Die Mehrzweckhalle steht ab dem 19. Oktober, also nach den Herbstferien, wieder für die vielfältigen Nutzungen der Vereine und der Schule wieder zur Verfügung. Zuvor muss jeder Nutzer die Corona-Checkliste der Gemeinde ausgearbeitet und vorgelegt haben. Ein ausreichendes Konzept hat bislang nur der Verein GuT vorgelegt. Mit der Corona-Checkliste übernimmt jeder Veranstalter seine Verantwortung und erklärt verbindlich, dass jeder Nutzer vor der eigenen Nutzung selbst desinfiziert.
Gerade in oft genutzten Gebäude ist es wichtig, Überschneidungen zu vermeiden. Während einer Corona-Pandemie können wir uns nicht die Klinke in die Hand geben. Alle Nutzer müssen die Desinfektion deshalb auch während der zugewiesenen Zeiten schaffen.
Um jedwede Überschneidung zu vermeiden, hat der Gemeindevorstand auch entschieden, dass die Mehrzweckhalle in Wissenbach nicht unkontrolliert genutzt wird, solange im kleinen Saal eine Kita-Gruppe untergebracht ist. Während Umbau und Erweiterung der Kita in Meisenweg ist eine Gruppe hierhin ausgelagert worden.  Verzögerungen bei zwei Baufirmen haben die Bauzeit insgesamt leider verlängert. Und weil ein Umzug in dieser Dimension nicht mal so am Wochenende zu wuppen ist und auch in der gesamten Mehrzweckhalle erst einmal Grundreinigung ansteht und die Umrüstung der Hallenbeleuchtung auf LED noch aussteht, ist der Termin jetzt gesetzt: Nach den Ferien (19. Oktober) steht die Mehrzweckhalle allen zur Verfügung, dies sich anhand der Corona-Checkliste der Gemeinde ausreichend mit den Themen wie Abstand, Hygiene und Teilnehmerliste befasst haben.

Vereine und Veranstalter können wieder in (fast) alle Dorfgemeinschaftshäuser, wenn sie vor der eigenen Nutzung selbst desinfizieren und mit unserer neuen Corona-Checkliste (Stand: 01.09.2020) die Verantwortung übernehmen.

Bei aller Rückkehr zur Normalität ist Vorsicht geboten. Das merkt man an den Gottesdiensten, die ost noch unter freiem Himmel abgehalten werden. Angesichts wieder steigender Infektionszahlen in Kreis und Kommunen sollten Vereine und Veranstalter mit Bedacht planen. Als Hilfe für die Planung der eigenen Veranstaltung gibt die Gemeinde Eschenburg eine Corona-Checkliste (Word) an die Hand und bietet auch eine Planungshilfe für die personalisierte Platzvergabe (Powerpoint). Fast alle Dorfgemeinschaftshäuser können wieder genutzt werden und gemietet werden.

Weil Kapazitätensgrenzen und Kontaktbeschränkung unseren Handlungsspielraum klein halten, werden derzeit nur Anträge von Vereinen und Veranstaltern aus Eschenburg angenommen.

Eine Powerpoint-Datei für Planung und Dokumentation? Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Planung: Wir haben auf der Präsentation-Software die Grundrisse der Dorfgemeinschaftshäuser hinterlegt (zunächst Eibelshausen, Hirzenhain, Simmersbach und Roth). Da in der Corona-Verordnung 3 Quadratmeter pro Besucher einzurechnen sind, ergibt ein Drittel der Saalfläche ein rechnerisches Maximum für die Personenzahl. Wenn Sie auf dem Grundriss nun versuchen, die Gäste mit 1,50 Metern Mindestabstand zu platzieren oder Zuhörer für ein Konzert – Gesang braucht 3 Meter Abstand – zu arrangieren, wird das schon eng. Und sie sehen, wo die „Knackpunkte“ sind, für die Sie in der Checkliste eine Lösung finden müssen.

Dokumentation: Bei jeder Veranstaltung, schon beim privaten Geburtstag, sollten Sie eine Teilnehmerliste mit Namen und Telefonnummern führen und aufbewahren. Die braucht man, wenn das Gesundheitsamt bis zu zwei Wochen später einem Corona-Fall auf der Spur ist und die Infektionskette nachvollziehen muss. Da ist es leichter, wenn man weiß, mit wem man es zu tun hat und wie die Person zu erreichen ist. In geschlossenen Räumen kommt nun noch die personalisierte Sitzplatzvergabe hinzu, damit man auch hinterher weiß, wer wo mit wem wie gesessen hat. Am einfachsten übertragen Sie die laufende Nummer der Teilnehmerliste in die Planungsübersicht. Die Dokumentation heben Sie als Veranstalter auf, falls das Gesundheitsamt später fragt. Checkliste und Planung brauch wir bei der Gemeinde Eschenburg, wenn Sie ein Bürgerhaus mieten oder nutzen möchten. Weil nun auch wieder das Singen erlaubt ist, wenn auch mit 3 Metern Abstand, freuen wir uns, wenn nun auch bald die erste Chorprobe stattfinden kann. Also: Ran ans Konzept!

Bis 31. Oktober sind die Kontaktbeschränkungen der Corona-Verordnungen verlängert worden. Abstand halten ist das wichtigste Mittel, um die Verbreitung des Virus zu hemmen und zu dämmen: Der Mindestabstand von 1,50 Metern  bleibt bundesweit das Mindestmaß an Sicherheitsvorkehrung. Damit arbeitet auch unsere Corona-Checkliste, mit der Sie in Dorfgemeinschaftshäusern der Gemeinde Eschenburg wieder Veranstaltungen planen können.

In Hessen gibt es mit den Ferien einen nächsten Schritt der Lockerungen:

  • Vereinsräume können wieder öffnen
  • Veranstaltungen sind wieder möglich
  • Sport startet
  • Im Schwimmbad können wieder mehr Attraktionen angeboten werden
  • Grillen und Picknicken ist wieder erlaubt in der Öffentlichkeit

 

Bevor jetzt wieder Mehrzweckhalle, Bürgerhäuser, Dorfgemeinschaftshäuser, Freizeitanlagen und Festplätze gemietet werden, muss sich jeder „Veranstalter“ seiner Verantwortung bewusst werden. Für jede Veranstaltung, selbst den Kindergeburtstag zuhause, benötigt man, wenn man nicht im engsten Kreis zweier Hausstände bleibt:

– Hygienekonzept
– Abstandsregelungen
– Teilnehmerliste mit Namen, Adressen und Telefonnummer.

Neu kommt in Hessen nun die Regel, dass in geschlossenen Räumen pro Besucher 3 Quadratmeter einzurechnen sind. Und bei Zuschauerplätzen in geschlossenen Räumen soll es eine personalisierte Sitzplatzvergabe gebe – ähnlich wie die Platzkarten bei der Hochzeitstafel, nur halt mit Abstand.

In den Auslegungshinweisen des Landes Hessen heißt es dazu: „Zwischen diesen Einzelpersonen oder Gruppen ist der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Die personalisierte Sitzplatzvergabe bedeutet nicht, dass zwingend ein Reservierungssystem bestehen muss. Es ist auch ein spontanes Placement oder – bei bekanntem Teilnehmerkreis – ein geplantes Placement möglich. Nicht möglich ist allerdings, spontane 10er-Gruppen zu bilden. Es empfiehlt sich bei der personalisierten Sitzplatzvergabe zu dokumentieren, wer wo sitzt. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müssen nicht mit der Einnahme von Sitzplätzen verbunden sein, bei Veranstaltungen ohne Einnahme von Sitzplätzen muss aber in jedem Fall der Mindestabstand von 1,5 Metern einhaltbar sein.“

Mit einem solchen Konzept wird auch Singen und Musizieren möglich, man muss halt nur mehr Abstand einplanen und halten. In den Auslegungshinweisen steht: „Dringend empfohlen wird, auf Chorgesang und anderes gemeinsames Singen in geschlossenen Räum oder ohne Mindestabstand von mindestens 3 Metern zu verzichten; dies gilt gleichermaßen für Vereine wie auch für Proben oder Veranstaltungen.“

Damit Familien, Vereine und sonstige Veranstalter Räume der Gemeinde sicher nutzen können, brauchen wir zum Prüfen des Antrags die ausgearbeitete Checkliste. Das gilt auch für Dauernutzer, wenn sie die Räume wieder nutzen möchten. Auch eine Übungsstunde ist eine Veranstaltung. Und gerade beim Musizieren gilt es: Desinfizieren und Dokumentieren.

Mit der Checkliste können Veranstalter vorher Ihr Vorhaben beschreiben und prüfen, und auch die Sitzordnung mit Namen und Nummern leichter aufzeigen. Dazu packen wir einen Grundriss des Gebäudes, auf dem die Sitzverteilung eingezeichnet werden kann. Mit den laufenden Nummern der Teilnehmerliste, die man bislang schon haben musste, ist die personalisierte Sitzplatzvergabe leichter zu bewerkstelligen

Wichtig bleibt, nach jeder Nutzung die Kontaktflächen zu reinigen und zu desinfizieren. Damit das gesellschaftliche Leben in Eschenburg wieder aufblüht, müssen wir gemeinsam „Klinken putzen“: Wer keine professionelle Desinfektion bezahlen möchte, muss mitmachen und nach jeder Nutzung verlässlich Türgriffe, Handläufe und Kontaktflächen desinfizieren und das dokumentieren. Auch das werden wir in die „Corona-Checkliste“ packen, damit Vereine wieder loslegen können – mit Sicherheit.

Hier finden Sie unsere Corona-Checkliste als Muster zum Ausfüllen, Abhaken und Abzeichnen.

Wenn Sie selbst Speisen und Getränke anbieten wollen, müssen Sie einen vorübergehenden Gaststättenbetrieb anzeigen. Weil für die professionellen Gastronomen strengere Auflagen gelten, muss auch bei einer so genannten Schankanzeige (Anzeige eines vorübergehenden Gaststättenbetriebs nach § 6 HGastG) auf mehr Sicherheit geachtet werden. Haben Sie Verständnis dafür, dass wir solche Anträge und Anzeigen immer nur zusammen mit einem Hygiene-Konzept bearbeiten können. Damit es Ihnen leichter fällt und wir nichts vergessen, haben wir das Muster als kleine Corona-Checkliste entwickelt. Es geht schließlich um unsere gemeinsame Gesundheit.

Damit das gesellschaftliche Leben in Eschenburg wieder aufblüht, müssen wir gemeinsam „Klinken putzen“: Wer keine professionelle Desinfektion bezahlen möchte, muss mitmachen und nach jeder Nutzung verlässlich Türgriffe, Handläufe und Kontaktflächen desinfizieren und das dokumentieren. Auch das werden wir in die „Corona-Checkliste“ packen, damit Vereine wieder loslegen können – mit Sicherheit.

Strategie der sicheren Schritte

Seit dem 16. März 2020 hatten wir vieles „vorübergehend geschlossen“ : Geschlossen, damit es vorübergeht. Bei allen Schritten der Lockerung sollten wir nun  vorsichtig bleiben, denn das Virus ist noch nicht besiegt und die Ansteckungsgefahr steigt mit jeder Achtlosigkeit. Die Gemeinde Eschenburg hat geöffnet:

In den Sommerferien hat das Freizeitbad „Panoramablick“ am Donnerstag und Freitag bereits ab 10 Uhr geöffnet. Auch wenn vieles „vorübergehend geschlossen“ war, damit die Corona-Pandemie vorübergeht, wünschen wir allen

schöne Ferien!

Wertstoffhof immer ohne Anhänger!

Bis Ende Oktober hat der Wertstoffhof „Sommerzeit“. Mittwochs von 17 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr ist die Einrichtung der Abfallwirtschaft Lahn-Dill geöffnet, die auf dem Gelände des Gemeinde-Bauhofs (Auf der Rütsche 31) betrieben wird.

Mit Pkw und Pkw-Kombi können dort angeliefert werden:

  • Holzabfälle
  • Grünschnitt
  • Metallschrott
  • Recyclefähiger Bauschutt
  • Pappe
  • Tintenpatronen, Tonerkartuschen

Nicht möglich ist die Annahme von

  • Elektro-Großgeräten (Herde, Waschmaschinen)
  • Restmüll
  • Astschnitt
  • Anlieferungen im Anhänger

Aus Vorsicht vor Corona gelten auf dem Gelände folgende Regeln:

  • Höchstens drei Fahrzeuge besetzt mit jeweils max. 2 Personen halten sich gleichzeitig auf dem Platz auf.
  • Wir bitten um zügige Entsorgung sowie den Abstand zu anderen einzuhalten.
  • Wer anliefert, wartet in seinem Auto bis er an der Reihe ist.
  • Den Anweisungen der Platzwarte ist Folge zu leisten.

Wenn alle mitdenken und Abstand halten, lassen sich längere Wartezeiten vermeiden.

Mehr Informationen über die Abfallwirtschaft Lahn-Dill und ihre Wertstoffhöfe gibt es unter www.awld.de im Internet.


Getrennt davon sammelt die Gemeinde Eschenburg über ihren Bauhof Astschnitt, Restmüll und Elektro-Großgeräte.

 ABFALLENTSORGUNG   BAUHOF

 

Montag bis Freitag während der Arbeitszeit des gemeindlichen Bauhofes nach telefonischer Absprache: Telefon-Nr. 02774 917358

 – Gebührenpflichtig –

Annahme Elektro-Großgeräte Braune und weiße Ware, größer als 35 x 20 x 15 cm z. Herd, Kühlschrank etc.

Anlieferung:                    Mit Pkw, Pkw-Kombi und Pkw-Anhänger

Annahmegebühr:           7,50 € pro angeliefertes Gerät

Annahme Restmüll

Anlieferung:                    mit Pkw und Pkw-Kombi

Annahme:                        in Müllsäcken, max. 120 Liter

Annahmemenge:           max. 4 Müllsäcke pro Pkw

Annahmegebühr:           5,00 € pro Müllsack

Annahme Astschnitt

Anlieferung:                    Fahrzeuge und Anhänger jeglicher Art (ausgenommen Gewerbe)

Annahmegebühr:           10,00 € pro cbm Astschnitt

 

 

 

Gottesdienste in Eschenburg

Die evangelischen Kirchengemeinden Hirzenhain und Simmersbach (www.kirche-eschenburg.de) laden ein zu den nächsten Präsenz-Gottesdiensten

  • 13. September 10:00 Uhr Gottesdienst zur Vorstellung der neuen Konfirmanden von Simmersbach / Roth, Philippsbuche (Pfarrerin T. Frenzel)
  • 13. September 10:45 Uhr Gottesdienst, Ev. Kirche Hirzenhain / Dorf (Prädikant Karl-Werner Karp)
  • 20. September 9:30 Uhr CVJM-Gottesdienst „Mutig voran“, Ev. Friedenskirche Hirzenhain/Bahnhof
  • 20. September 18:00 Uhr Film-Gottesdienst mit Compassion, Ev. Kirche Simmersbach
  • 4. Oktober 10:30 Uhr Gemeinsames Erntedankfest (Gottesdienst für Kinder und Erwachsene) mit der Kita Simmersbach und „Einweihung“ der neuen Waldgruppe, Festplatz Simmersbach

Die evangelische Kirchengemeinde Eibelshausen betreibt mit dem CVJM seit 26. März einen YouTube-Kanal  Nächste Veranstaltung:

  • 13. September 10:00 Uhr Gottesdienst in der Kirche
  • 13. September 14:00 Uhr Taufgottesdienst in der Kirche
  • 13. September 19:30 Uhr Allianzgebetsstunde in der Arche (Ansprache: Pastor Karsten Künzl)
  • 20. September 10:00 Uhr Konfirmationsgottesdienst der Jungen in der Kirche

Die evangelischen Kirchengemeinden Eiershausen und Wissenbach feiern wieder Gottesdienste, die später hier bei YouTube gezeigt werden.

  • 13.  September 10:30 Uhr Festgottesdienst zur Konfirmation, Ev. Kirche Eiershausen (Pfarrer Paul-Ulrich Rabe)
  • 13. September 10:30 Uhr Filmgottesdienst „undendlich wichtig“, Ev. Kirche Wissenbach (Steve Volke und Richmond Wandera, Compassion Deutschland)
  • 20. September 10:30 Uhr Festgottesdienst zur Konfirmation, Ev. Kirche Wissenbach (Pfarrer Paul-Ulrich Rabe)
  • 20. September 10:30 Uhr Filmgottesdienst „undendlich wichtig“, Ev. Kirche Eiershausen (Steve Volke und Richmond Wandera, Compassion Deutschland)

Die evangelische Kirchengemeinde Roth lässt im Oktober die Freiluftgottesdienste weitergehen.

  • 13. September 10:00 Uhr Gottesdienst an der Philippsbuche mit Vorstellung der Konfirmanden. Sollte es regnen, findet der Vorstellungsgottesdienst in Obereisenhausen in der Kirche statt, aber coronabedingt nur mit den Konfirmanden und ihren Familien
  • 20. September 10 Uhr Konfirmation in der Rother Kirche, coronabedingt nur mit den Konfirmanden und ihren Familien
  • An den Sonntagen ist die Kirche offen und man kann der Orgelmusik zuhören
  • Ab Oktober finden die Gottesdienste wieder in der Kirche statt

FeG Eibelshausen – bei trockenem Wetter auf der Wiese neben dem Gemeindehaus

  • 20. September 10 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl und Diensteinführung von Justus Kufeld
  • 27. September 10 Uhr Missionsgottesdienst mit Thomas Schech
  • 27. September 18 Uhr Lobpreisgottesdienst

FeG Simmersbach

  • 13. September 10 Uhr Abschlussfeier des Biblischen Unterrichtes (Predigt: Martin Simon)

FeG Wissenbach

  • 13. September 10 Uhr Gottesdienst mit Tanja Meth

 

Die Posaunenchöre von Hirzenhain und Simmersbach gemeinsam – am Segelfliegerhang. Die Mid/Mitt-Sommer-Abendandacht vom Johannistag (24. Juni 2020) war ein besonderes Erlebnis. Diese erste Präsenz-Andacht in Corona-Zeiten 2020 wurde live aufgenommen. Stimmungsvoll in Gottes wunderbarer Schöpfung, mit Weitblick und einem spektakulären Sonnenuntergang, vielstimmig und einladend mit Instrumenten, 35 Bläserinnen und Bläsern! Link: https://www.youtube.com/watch?v=XBtS0jd6fHE&t=28s.

Die Kirchengemeinden in Eschenburg gehen es vorsichtig an, denn das Corona-Virus und die Ansteckungsgefahr sind nicht verschwunden. Vor Veranstaltungen in größerem Rahmen muss jede Gemeinde ein eigenes Sicherheitskonzept erstellen mit den wichtigen Abstands-Regeln und Hygiene-Empfehlungen. Mit viel Kreativität arbeiten sich die Kirchen aus der Krise heraus: Die Video-Gottesdienste sind wahre Kunstwerke und spannen – in der Nachbearbeitung stecken etliche Stunden Arbeit und Akribie – mehr Ehrenamtliche ein als man denken mag. Die Kirchen als Gotteshaus öffnen derweil in kleinen Schritten, z. B. in Eibelshausen von 18 bis 19 Uhr – also zwischen dem Läuten und den Solo-Konzerten des Posaunenchores – für den einzelnen Besuch und das einsame Gebet.

Den Himmelfahrts-Gottesdienst an den Wilhelmsteinen gab es diesmal als Video.  Die erste Freiluft-Feier haben die evangelischen Kirchengemeinden Eiershausen und Wissenbach mit einem Freiluft-Gottesdienst an Meerbachstannen gewagt. Die Hirzenhainer und Simmersbacher drehen für Pfingsten den Gottesdienst an einer historischen Nahtstelle Hessens: An der Philippsbuche wurde der Gottesdienst unter freiem Himmel gedreht, und als Video über Youtube gesendet. Mit alten Fotos wird gezeigt, wie die Geschichte und Gottesdienste rund um die Philippsbuche bewegt haben.


Unsere YouTube-Kanäle für Online-Gottesdienste und Andachten

CVJM Eibelshausen / Ev. Kirche Eibelshausen https://www.youtube.com/channel/UCbKjNGcLW8X4dVtBuMSAKpQ

Ev. Kirchengemeinden Eiershausen / Wissenbach https://www.youtube.com/channel/UCa48msjUnHegqog-xFB5P7A

Filmgottesdienste Kirche Eschenburg (Hirzenhain/Simmersbach)

Harry Voß: Ehepaar schaut Online-Gottesdienst und Teil 2: Ungesegneter Gottesdienst

Katholisch an der Dill https://youtu.be/0gMnoLnEVQo?list=TLPQMDMwNTIwMjBxRY55rIYbRg

Eschenburg hilft – DGH-Nutzer desinfizieren vor der Nutzung selbst

„Fast alle Dorfgemeinschaftshäuser können wieder genutzt und gemietet werden. Allerdings dürfen wir uns nicht, wie vorher, die Klinke in die Hand geben“, sagt Bürgermeister Götz Konrad. (Selber) Klinken putzen ist die Devise. Der Gemeindevorstand hat beschlossen, dass ab 1. September 2020 jeder Mieter und (Dauer-)Nutzer vor der eigenen Nutzung das Dorfgemeinschaftshaus, das Bürgerhaus, die Mehrzweckhalle, den großen Saal oder den kleinen Raum… selbst desinfiziert.

  • Corona-Checkliste – ein Leitfaden (Word-Datei) zum Ausarbeiten, Ausfüllen und Anklicken
  • Platzvergabe – Planen und Dokumentieren Sie auf dem Grundriss des DGH, wer wo sitzt.

Welches Räumlichkeiten zu mieten sind, erfragen Sie derzeit am besten im Rathaus bei Herrn Klein, Zimmer E.04, Telefon (02774) 915-102, E-Mail: t.klein@eschenburg.de. Für den eigentlichen Mietantrag finden Sie

Wegen der Kapazitätsgrenzen und dem Sinn der Kontaktbeschränkung werden derzeit nur Anfragen und Anträge von Vereinen und  Veranstaltern aus Eschenburg angenommen.


Auch wenn die Regeln aus Wiesbaden auf Liquiditätsengpässe zielen, sollen Vereine hier einen Antrag stellen, meint der Gemeindevorstand. Das Land Hessen fördert mit dem Programm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ die Vereins- und Kulturlandschaft, um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. 41.000 gemeinnützige Vereine in Hessen können von diesem Programm profitieren. Je nach Situation können bis zu 10.000 Euro finanzielle Unterstützung beantragt werden.

Laut der entsprechenden Richtlinie können Mittel beantragt werden, beispielsweise für

  • Nachwuchsarbeit
  • Mieten / Betriebskosten (Wasser, Strom, weitere Nebenkosten)
  • Instandhaltungen
  • Kosten für bereits in Auftrag gegebene und durch die Pandemie abgesagte Projekte (Storno- und Reisekosten, Ausfallhonorare, Werbung, Sachkosten o.ä.)

Zum Antrag für Sportvereine
Zum Antrag für Kinos
Zum Antrag für alle anderen Vereine

Ohne Termin, ohne Drängeln: Mit einfachen Nummern kommen Sie bei der Kfz-Zulassung im Rathaus der Gemeinde am besten klar. Und wenn jemand vorbei geht zum Einwohnermeldeamt, muss niemand aus Angst vor Dränglern vom Abstand Abstand nehmen.

Mehr als 100 Menschen können wir in der Woche in Sachen Kfz-Zulassung im Rathaus weiterhelfen. Freilich gilt hier auch Namen notieren, Abstand halten und Maske aufsetzen – aber es läuft. Einen Termin brauchen Sie nicht mehr ausmachen. Freilich hilft, wenn Sie am Telefon Ihr Anliegen vorher klären. In jedem Fall halten wir uns an die Reihe der Wartenden, da muss sich niemand auf die Lauer legen vor der Tür zur Kfz-Zulassung oder zum Einwohnermeldeamt. Wir gehen da stur und fair nach der Reihe vor.  Am Eingang warten Handdesinfektion und ein Formular für die Kontaktdaten auf Sie, die jeder Besucher auszufüllen hat. Und von den Wartenden erwarten wir, dass sie selbstständig den gebotenen Abstand von 1,50 Metern halten.

Die Kontaktbeschränkung ist auf zehn Personen „gelockert“ worden, aber die Corona-Verordnungen gelten bis ans Ende der Ferien. Das heißt im Umkehrschluss auch: Man sollte nicht mehr Personen treffen, als man später dem Gesundheitsamt mit Namen und Nummer benennen kann, wenn die Behörde später wieder dem Virus hinterhertelefonieren muss. Wie Sie Veranstaltungen planen, die selbst im Privaten den Regeln der Rücksichtnahme folgen, prüft unsere Corona-Checkliste: Hygiene-Konzept, Abstands-Regelung und Teilnehmer-Liste mit Namen, Adressen und Telefonnummern ist der Dreiklang.

Sie brauchen Hilfe? Sie möchten helfen: Melden Sie sich per Telefon oder E-Mail. Im Rathaus können wir vermitteln. Aus Kirchen und Vereinen kommen Menschen, die helfen wollen. Ihre Anfrage vermitteln wir weiter dorthin, damit Sie an Ort und Stelle Unterstützung bekommen können. Unter der Rubrik „Eschenburg hilft“ – unter der Adresse www.eschenburg.de/hilft im Internet und hier in der Wochenzeitung zu finden wollen wir auch Berichte geben und gelungene Beispiele aufzeigen.

Den Zugang zum Rathaus haben wir mittlerweile wieder geöffnet für den Einzelzutritt. Am Eingang warten Handdesinfektion und ein Formular für die Kontaktdaten auf Sie, die jeder Besucher auszufüllen hat. Mittlerweile läuft es auch wieder ohne Termin. Bitte beachten Sie im Rathaus die Wegeführung und Ihren eigenen Abstand. 1,50 Meter ist das Maß aller Dinge.

Der direkte Draht zur Gemeinde Eschenburg

Telefon (02774) 9150 und E-Mail

buergermeister@eschenburg.de

Anfragen:

  • derzeit keine

Angebote:

Eibelshausen

  • Einkaufservice und Nachbarschaftshilfe Ev. Kirche über Gemeindebüro 02774 1353
  • Einkaufservice FeG Eibelshausen Jonathan Schwehn, 02774 1639

Hirzenhain

  • CDs von Gottesdiensten bringen: Birgit + Peter Reeh, 02770 608
  • CDs von Gottesdiensten bringen: Diana Winkelmann, 02770 911978
  • Einkäufe: Mirjam Roth, Hirzenhain – Bahnhof. 02771 3206981
  • Einkäufe: Diana Winkelmann, 02770 911978 (Hihai-Dorf)
  • Einkäufe und Besorgungen für Menschen in Hirzenhain (Ort und Bahnhof): Bianca Krause, 02770 271616 oder 0176 21187651
  • Hilfe für Einkaufen, Arztbesuche, etc.: Markus Stoll, Mobil 0176 30743197
  • Hilfe bei Einkäufen Besorgungen: Anke Hockauf, Mobil 0177 3781776

Wissenbach

  • Einkaufservice CVJM Thomas Giersbach thomas@cvjmwissenbach.de

Simmersbach

  • Gottesdienst auf USB-Stick: Corinna Reitz, 02774 92080

Eiershausen

Netz-Nutzen


Berichte und Beispiele

Veranstaltungen werden wieder denkbar

Mit diesem Foto, das Jörg Hein bei einem früheren Fotowettbewerb der Gemeinde Eschenburg beisteuerte, werben wir schon jetzt für den Weihnachtsmarkt in Eibelshausen am 28.11.2020. Auf unserer Internetseite hier bei den Formularen findet sich das Anmeldeformular als Word-Datei zum Herunterladen. Bis 30. September kann man sich anmelden kann. Wieder Veranstaltungen planen zu können, ist Thema dieser Wochenzeitung. Und mit solchen Fotos kann man sich auch heute wieder prima am Fotowettbewerb beteiligen.

„C(h)orona-Konzert“ erfreute am Altenheim

Am Altenheim ist Neues entstanden: Der „FPC Eibelshausen“ hatte seine Premiere bei einem Gartenkonzert am Kursana-Domizil. Hinter der Abkürzung steht der „Freiluft-Posaunenchor“, den Musiker des CVJM und der Evangelischen Kirchengemeinde Eibelshausen gebildet hatten. Unter den Sicherheitsbedingungen der Corona-Krise ist der Besuch im Altenheim streng geregelt und auch Musiker haben es nicht leicht, ist doch das gemeinsame Spiel derzeit nicht so einfach möglich. Für eine Probe trafen sich die Musiker extra auf dem Alten Wissenbacher Sportplatz, um die notwendigen Sicherheitsabstände einzuhalten. Am Samstag nahm der FPC hinter dem Domizil Aufstellung, damit Bewohner im Garten und auf ihren Zimmern dem Konzert lauschen konnten. Dirigent Thomas Pfeifer bekam von der Feuerwehr technische Hilfe in Form eines Megafons, mit dem er die Lieder ansagen konnte. Nach dem „Washington Post March“ als Eingangsstück gab es eine Runde Märsche mit „Siegerländer Marschlieder“, „Danket dem Herrn“, „Stern auf den ich schaue“ und „Geh‘ aus mein Herz“. In der zweiten Abteilung erklangen die Volkslieder „Wie lieblich ist der Maien“, „Im schönsten Wiesengrunde“, „Nun ruhen alle Wälder“ und ein „Marsch aus Böhmen“. Den dritten Part trugen die geistlichen Lieder „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, „Welch ein Freund ist unser Jesus“ und „Großer Gott, wir loben dich“. Mit dem Marsch „Erinnerung an Naunhof – Leipzig“ und dem Choral „Nun danket alle Gott“ klang dieses gelungene Gartenkonzert aus, das Bewohnern wie Pflegepersonal eine große Freude machte. Selbst Zuhörern in der Ferne gab dieses „C(h)orona-Konzert“ einen Eindruck davon, wie ein ganzes Ensemble zusammen klingt, das derzeit auch nicht proben kann und aus Gründen der Sicherheit in Eibelshausen abends um sieben Uhr getrennt voneinander vereinzelt auf dem Balkon oder hinter dem Haus spielt. „Nur Trübsal blasen wir nicht“, sagt Chorleiter Thomas Pfeifer. Mehr Informationen über den Posaunenchor findet sich unter www.cvjm-eibelshausen.de im Internet.

„Hinterländer Mountainbiker“ gelingt der Heimritt nach Hessen

Hinterländer Mountainbiker sind auf dem Weg

Die Hinterländer Mountainbiker sind seit Mittwoch (27. August 2020) auf dem „Heimritt“ und bewegen sich auf den Spuren von Landgraf Philipp von Belgien nach Hessen. Der Landesvater ist 1552 auf dieser Route für damalige Verhältnisse nachhause geeilt, nachdem er fünf Jahre in Gefangenschaft gewesen war. Die Pedalritter erwartet zuhause kein Kerker und auch keine Quarantäne, denn die fünf haben sich von Risikogebieten fern geblieben und haben Abstand gehalten, aber der „Empfang“ heute am Samstag (29. August) wird zu einer Corona-Demonstration FÜR die Regeln von Abstand und Anstand. An der Philippsbuche, die heute noch an die Rückkehr des Landgrafen erinnert, warten Posaunenchor, Verschönerungsverein und Bürgermeister, um die „Histo(u)riker“ wohlbehalten zurück willkommen zu heißen.

Wir lesen im Tagebuch der Tour:

1. Etappe: Von Löwen nach Heerlen August 2020

„Andere Länder andere Sitten“

Unser Startpunkt heißt Löwen (Leuven), die lebendige, flämische Universitätsstadt ca. 20 km westlich von Brüssel am Ufer der Diyle gelegen. Wir sind völlig überrascht von der Konsequenz, was die Maskendisziplin und das Hygienekonzept in unserem Hotel angeht. Hier trägt JEDER eine Maske und das mit gutem Grund, denn die Strafen sind drakonisch. Für uns bedeutet das, dass das auch auf unseren bikes in Städten für uns gilt. Wir starten pünktlich um 9 Uhr am Stadhuis (Rathaus), einem der schönsten gotischen Gebäude Belgiens. Schon vor 21 Jahren suchten wir hier im Archiv nach Hinweisen auf den Ort, an dem Philipp zuletzt gefangen gehalten wurde, nachdem er am 19.05.1547 nach verlorenem Schmalkaldischen Krieg von Herzog Alba über Süddeutschland zunächst nach Oudenbarde und schließlich am 29.05.1550 nach Mechelen gebracht wurde. Mit neuester Kameraausrüstung und unseren brandneuen BULLS Sonic e-bikes machen wir uns durch die herrliche Altstadt auf den Weg zu unserer 3-Tagestour. Vor 21 Jahren brauchten wir mit unseren konventionellen bikes noch 4 Tage. Sicher ist auch das hervorragende Zweiradwegenetz ein Grund dafür, denn Rad fahren wir hier groß geschrieben.
Die Route führt uns heute, auf ungewohnt flachem Gelände (höchste Erhebungen<100m über NN) über Korbeck-lo, Boutersem, Roosbeck teilweise entlang der N3, aber auch auf malerischen Hohlwegen auf der Oude Baan (alte Straße) nach Tienen. Ab hier folgen wir den Spuren Philipps, der am 5.09.1552 nach über 5-jähriger Gefangenschaft in Begleitung eines Ehrengeleites von 300 spanischen Reitern, einigen Getreuen und mit Geleitbriefen der Erzbischöfe Köln, Jülich und Nassau in seine Heimat aufbrach.

Wir verlassen die Stadt über die Maastricht Gate, an deren Stelle heute die Kirche St. Peter steht, um nach einem Kilometer auf den ersten deutlichen Hinweis der Römerstraße zu stoßen. Tumuli heißen die drei mächtigen Grabhügel, die als Beweis für die romanische Wegeführung, die auch noch zu Philipps Zeiten genutzt wurde, dienen. Entsprechend den römischen Jenseitsvorstellungen wurden die Toten in unmittelbarer Nähe der Lebenden an den Ausfallstraßen der Ansiedlungen bestattet. Je höher Stellung und Einfluss des Toten im Leben gewesen waren, umso auffälliger war sein Grabmal und umso näher lag es an der Straße.

Kurz hinter Hakendover verlassen wir die N3 und treffen auf den „Romeinse Steenweg“ der uns, begleitet von blühenden Obstplantagen und Erbeerfeldern, schnurgerade (typisch für Römerstraßen), nur kurz von einer neuen Bahnverbindung unterbrochen, nach St. Truiden bringt. Wir folgen weiter der Römerstraße, die noch bis in die 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts als Hauptverkehrsader genutzt wurde, über Groot-Loon, Bommershoven und Piringen entsprechend mittelalterlicher Reiseberichte nach Tongeren, eine der ältesten Städte Belgiens. Bereits in der Römerzeit bestand die Siedlung Aduatuca Tungrorum von deren Stadtbefestigung heute noch Teile erhalten sind. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Onze-Lieve-Vrouwe-Kerk, eine frühgotische Kirche mit romanischem Kreuzgang. Auf der N79 verlassen wir Tongeren in nordöstlicher Richtung, bis wir in der Nähe des Galgenberges wieder auf den “Romeinse Steenweg“ abbiegen. Dem folgen wir nach Maastricht der letzten östlichen Festungsstadt der Spanier, und überqueren am Stadtrand fast unbemerkt die heutige Grenze zu den Niederlanden, wären wir nicht in Corona Zeiten unterwegs. Denn ab hier kennt man keine Maskenpflicht mehr, was uns durchaus etwas Unbehagen bereitet. Über die Meuse (Maas) gelangen wir in den Stadtteil Wyck. Obwohl Philipp hier übernachtete, ziehen wir weiter, denn unser Etappenziel heißt Heerlen. Durch den Vorort Meersen fahren wir auf Asphalt über St. Gerlach vorbei an einem von künstlichen Höhlen zerklüfteten Sandsteingebirge durch Valkenburg auf der “Steinstraße“ nach Klimmen. Nachdem wir die A79 und die A76 unterquert haben, erreichen wir endlich um 19.0 Uhr unser im Süden der Provinz Limburg gelegenes Tagesziel.

Die Fakten des Tages:
Strecke: Leuven – Heerlen 118 Km
Höhenmeter: 768 m
Schnitt: 19,8 Km/h
Nettofahrzeit: 5 Stunden 47 Minuten
Pannen: keine


2. Etappe: Von Heerlen nach Overath 28. August 2020

„Keine Wechselpferde dafür aber Wechselakkus“

Um 8.45 Uhr holen unsere Bikes wieder aus der gut bewachten und kostenlosen Fahrradgarage (Fietsenstalling) ab und verlassen das für seine Stahl -und Bekleidungsproduktion bekannte Industriezentrum in Richtung Rimburg an der Wurm. Moderne Radwege wechseln sich mit der Jahrtausende alten Römerstraße ab. Nach der Fluss Überquerung befahren wir schon deutsches Gebiet, als wir Schloss Rimburg passieren, um nach Palenberg zu gelangen. Die Grenze macht sich fast nur durch deutlich schlechter werdende Radwege bemerkbar. Über offenes Acker – und Weideland vorbei an Beckendorf, Setterich und der Burg Engelsdorf, erreichen wir nach der Ruhrüberquerung Jülich. “Ohne Römerstraße gäbe es Jülich nicht.“ Mit diesem Satz lässt sich die Bedeutung der Ost – West – Straße Köln – Bologne – sur – Mer für die ehemalige romanische Straßenstation zusammenfassen. Im Zentrum, der auf die romanische Siedlung Juliacum zurückgehenden Stadt, nimmt uns die gut bekannte B55 wieder auf und führt zu alten römischen, mittelalterlichen und preußischen Meilensteinen. Hier beginnt das größte Tagebaugebiet (8500ha) der Welt, Hambach. Den Ort Steinstraß, den unsere Reiseroute als nächste Station nennt, gibt es nicht mehr. Er wurde genau wie die B55 und somit unsere Römerstraße Opfer der Braunkohle. Ein Schurf von Archäologen 1987, 10m breit, quer durch die Wegeführung der Bundesstraße geschnitten, bestätigte die Vermutung, dass der Verlauf der B55 exakt dem Fundament der Römerstraße folgt. Reisende im Mittelalter, Landgraf Philipp und seine 300 Begleiter, aber auch Napoleon folgte noch der über 2000 Jahre alten Verkehrsader. Vor uns liegt nun die Sophienhöhe, eine künstliche Erhebung, die durch Rekultivierung der abgetragenen Bodenschichten entstanden ist. Nachdem wir den Gipfel des 293m “hohen Berges“ erreicht haben, staunen wir über die Dimensionen des Tagebaugebietes. Sicherheitstechnische Gründe hindern uns allerdings daran, der exakten Linienführung zu folgen, deshalb treffen wir nach ca. 2 Km kurz vor Elsdorf auf die alt bekannte B55. Südlich von der Kleinstadt Bergheim, die uns als Ort an der mittelalterlichen Verkehrsader bekannt ist, überqueren wir auf der K 34 die A61 und erreichen Quadtrath, an dessen Ortsrand sich Schloß Schlenderhahn befindet. Im Ort Königsdorf kreuzen wir die B55 und folgen dem Fernradweg R20 der parallel zur Bundesstraße/Römerstraße) verläuft bis Lövenich und schließlich Köln. Philipp machte hier in der viertgrößten Stadt Deutschlands, die schon zu Zeiten des Landgrafen ein wichtiges Mitglied der Hanse war, Rast. Fast wäre er schon zwei Jahre früher hier eingetroffen. Ein Biedenköpfer namens Kurt Breidenstein war es, der am 23.12.1550 aufgrund seiner guten Ortskenntnisse bis Köln, maßgeblich an einem Fluchtversuch Philipps beteiligt war. Das Unternehmen scheiterte kläglich und 6 Verbündete Philipps verloren dabei Ihr Leben. Uns standen, im Gegensatz zu Philipp damals, zwar keine Wechselpferde zur Verfügung, dafür aber Wechsel Akkus.

Und so überqueren wir, energietechnisch gut gestärkt die Deutzer Brücke. Die B55 führt uns durch den Vorort Kalk, deren Kapelle noch vor 150 Jahren alleine auf weiter Flur stand, über Hohenburg nach Brück, einer ehemaligen Zollstation des Mittelalters. Dem “stop and go“- Verkehr der endlosen, ampelgeregelten Kreuzungen entflohen, erreichen wir im Königsforst das Rheinische Schiefergebirge. Südöstlich von Refrath verlassen wir die B55 und treffen auf die Brüderstraße, auf der wir, begleitet von Hohlwegbündeln hinab nach Buchholzer Hof und weiter, den Königsforst verlassend, nach Untereschbach gelangen. Ein großes Kreuz und eine Förderstation deuten auf die unweit dieser Abfahrt gelegene Bleigewinnung bei Lüderich hin. Schon seit der Keltenzeit wurde hier das Schwermetall gewonnen. In Untereschbach queren wir das Sülztal und erreichen auf der L136 über Steinbrück Heiligenhaus. Ein herrlicher Downhill führt uns ins Aggertal zu unserem Etappenziel Overath, das schon 1064 als “Achera“ ihre erste Erwähnung fand.

Die Fakten des Tages:
Strecke: Heerlen – Overath 131 Km
Höhenmeter: 973 m
Schnitt: 19,8 Km/h
Nettofahrzeit: 6 Stunden 24 Minuten


3. Etappe Von Overath zum Staffelböll bei Simmersbach 29.08.

Empfang fast wie zu Philipps Zeiten

7.30 Uhr, heute geht’s früh los, denn wir müssen pünktlich ankommen. Über Burg, in dessen Nähe eine Mittelalterliche Wallburg den Verkehr überwachte, und Bücherhöfchen erklimmen wir nach steilem Anstieg Marialinden. Wir folgen der L 360 Richtung Landwehr und auf dem R20 weiter bis Federath. Weiter geht es auf dem X22, der uns 100 Hm hinauf, begleitet von Hohlwegen, zum Heckberg führt.

Nachdem wir die Aussicht bis in die Eifel genossen haben, führen uns des Landgrafs Spuren über Drabenderhöhe, Abbenroth und Hübender nach Oberbierenbach. Eigentlich war Philipps Ankunft für den 9. September in St.Goar geplant, kurzfristig aber über Denklingen und Siegen nach Simmersbach verlegt worden. Dem damals 43-jährigen standen dank guter Planung, an der auch diesmal der Biedenköpfer Konrad (Kurt) Breidenstein beteiligt war, Wechselpferde zur Verfügung. Wir sollten das in den drei Tagen (Philipp brauchte 6 Tage für die gleiche Strecke) nicht nötig haben. Denn BULLS bikes bereiteten uns keinerlei Probleme, im Gegenteil. Der mit dem Florentiner Kaufhaus Scarini in Antwerpen handelnde Kaufmann, genannt der „Biedenkapper“, wurde übrigens als Dank später mit dem Hof Roßbach bei Wallau belehnt.

Über Hardt erreichen wir die K17, die uns nach Rohrfeld Eiershagen bringt. Eine herrliche Abfahrt führt uns nach Denklingen, hier in der alten Burg übernachtete Philipp. Wir folgen der L-344 teilweise parallel nach Erdingen, um auf die alte Nutscheidstraße, deren alte Wegeführung noch deutlich zu erkennen ist, zu stoßen. In Erdingen angekommen, entdecken wir ein Straßenschild “Alte Römerstraße“. Obwohl wir wissen, dass es östlich des Rheins keine Römerstraße gab, ist dies doch ein Hinweis auf die alte Wegeführung, der wir bis Forsthaus Mohrenbach folgen. Hier verlassen wir den X12 halbrechts an einer Schranke auf einer rasanten Schotterabfahrt hinunter nach Weierseifen. Aus Zeitgründen lassen wir das sehenswerte, an einer Talquerung der älteren Wegeführung der Brüderstraße gelegene Wasserschloß Krottorf rechter Hand liegen. Ein beachtlicher Anstieg, von extrem tiefen Hohlungen begleitet, führt uns über die Hammerhöhe nach Hohenhain an der alten Schanze(ehemaliger Bestandteil der Siegischen Amtsheege). Am östlichen Ortsausgang ist die ehemalige Grenzbefestigung gegen Nassau noch gut zu erkennen. Nachdem wir die Kreisstraße verlassen, folgen wir dem X19 hinunter nach Freudenberg. Über Lindenburg auf der alten Landstraße erreichen wir die Anschlussstelle der A 45, und überqueren diese. Die K 6 bringt uns durch das Tal der Alchenbach über Alche und Seelbach nach Siegen, wo Philipp 25 Jahre vor der Geburt des Malers Peter Paul Rubens übernachtete. Nahe des Ortseinganges befindet sich eine Gemarkung mit dem Namen Siechhausen, ein eindeutiger Hinweis auf Wohnungen der im Mittelalter ausgestoßenen Leprakranken. Der Siegüberquerung folgt der Anstieg zum Schloss. Durchs Marburger Tor führen uns Philipps Spuren hinab ins Weißtal nach Kaan-Marienborn über Feuersbach, Flammersbach auf einem Feldweg nach Anzhausen. Ein schwerer Anstieg zum Sieg – Weiß – Kamm bringt uns zur Raute 4 Markierung. Bis oberhalb Irmgarteichen folgen wir der Raute, bleiben dann aber der von mittelalterlichen Wegespuren begleiteten historischen Route bis zur Haincher Höhe treu. Über Ewersbach und Steinbrücken erreichen wir auf steilem Anstieg am Burgberg hinauf die Philippsbuche. Wie schon am 10.09.1552 Philipp, der von seinen vier Söhnen, den Räten und sonstigen Getreuen und begleitet von 300 spanischen Reitern empfangen wird, werden auch wir natürlich in kleinerem aber feinen Rahmen erwartet. Eingerahmt von den feinen Klängen protestantischer Noten des Simmersbacher Posaunenchores werden wir von unseren Familienangehörigen, dem Ortsvorsteher, dem Verschönerungsverein und Bürgermeister Götz Konrad gebührend empfangen

Hier beenden wir und unser Gastfahrer Gerhard Pfeifer nach 350 Km unseren pannenfreien 3-Tagesausflug in die Geschichte. Philipp reiste übrigens weiter über Marburg, Homberg bis nach Kassel.

Besonderer Dank gilt besonders dem „Besenwagenfahrer“ Reinhard Balzer, sowie Heinz Blöcher, der mit großem Fleiß bei den Recherchen unterstützte.

Die kostenlosen GPS Daten, sowie unsere 42 seitige Projekt Broschüre mit Wegebeschreibung und Geschichtlichen Hintergründen finden sie auf der Homepage der HMB https://www.hinterlaendermountainbiker.de/shop/

Die Fakten des Tages:
Strecke: Overath – Staffelböll 99,96 Km
Höhenmeter: 1980m
Schnitt: 18 Km/h
Nettofahrzeit: 5 Stunden 21 Minuten
Pannen: keine


Geschichte er-fahren: Landgraf Philipps Heimritt

Schon vor über 400 Jahren stand das „Hinterland“ im Focus der deutschen Geschichte. Nicht nur Simmersbach stand im Mittelpunkt der Geschichte, auch die Ortschaft Dernbach (Bad Endbach) und ein von einem Hinterländer angeführtes „Sondereinsatzkommando“ zur Befreiung Philipps sorgten damals schon für Schlagzeilen. Vom 27. bis 29. August planen die „Hinterländer Mountainbiker“ zum zweiten Mal „Landgraf Philipps Heimritt“. Am Samstag (29. August) um 16 Uhr wollen sie in Simmersbach ankommen, wo die Philippsbuche heute noch den Schauplatz der Geschichte markiert.

Wir erzählen hier noch einmal die Geschichte und schildern den Ansatz der Radler, „Geschichte (er)fahren“ zu wollen: Nach dem verlorenen Schmalkaldischen Krieg unterzeichnete Landgraf Philipp in aussichtsloser Lage am 12. Juni 1547 seine Kapitulation und reiste nach Halle, wo er dem Kaiser die zugesagte feierliche Abbitte leistete. Entgegen den Erwartungen wurde er jedoch noch am gleichen Tag gefangengesetzt und von Herzog Alba in die Niederlande gebracht. Man erzählt, Philipp habe bei dem Fußfall gelächelt, worauf der Kaiser zornig gerufen habe: „Woll, ick sall Euch lachgen lehren!“

Kaiser Karl V., der seit 1516 spanischer König war, wurde 1519 zum deutschen Kaiser gekrönt. Er führte eine Reihe ungewöhnlicher Sitten an seinem Hof ein, unter anderem erklärte er Spanisch zur neuen Verkehrssprache. (Eine Verkehrssprache ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen, sich in Handel, Verwaltung und Wissenschaft in einer einheitlichen Sprache verständigen zu können). Daher rührt das Sprichwort, „das kommt mir Spanisch vor“.

Kerker des Landgrafen: Philipp von Hessen soll fünf Jahre lang in diesem Stadttor in Löwen (heute: Belgien) gefangen gehalten worden sein.

Landgraf Philipp schmachtete über fünf Jahre in den spanischen Niederlanden im Kerker. Nach unseren Recherchen im Stadtarchiv in Löwen (Belgien) diente das Stadttor La Porte für Philipp als Gefängnis.

Erst am 05.09.1552 wurde er von der Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat Hessen. Am Staffelböll bei Simmersbach betrat der stark gealterte und ergraute Fürst erstmals wieder hessischen Boden.

Fast wäre Philipp schon zwei Jahre früher dort eingetroffen. Denn ein Biedenkopfer namens Kurt Breidenstein (genannt der „Biedenkopper) war es, der am 23.12.1550 aufgrund seiner guten Ortskenntnisse bis Köln, maßgeblich an dem Fluchtversuch Philipps beteiligt war. Das Unternehmen scheiterte nach Verrat kläglich und sechs Verbündete Philipps verloren dabei ihr Leben. Die Haft des Landgrafen wurde nun verschärft, er durfte keine Briefe mehr absenden und kam in einen Kerker mit nur 3,5 m Länge und mit Fenstern die acht Monate vernagelt blieben.

Der Hinterländer konnte jedoch fliehen und war fast zwei Jahre später, dank seiner guten Planung, der Bereitstellung von Wechselpferden und seiner Wegekenntnis, entscheidend für die sichere Routenführung, wieder zu Hause. Dem mit dem Florentiner Kaufhaus Scarini in Antwerpen handelnde Kaufmann, wurde übrigens als Dank 1557 mit dem Hof Roßbach bei Wallau von Philipp belehnt und erhielt die Erlaubnis 1000 in Hessen gekaufte Kleider zollfrei auszuführen. Später wurde er Amtmann in Battenberg und Gießen.

Premiere: Vor zwei Jahrzehnten haben die Hinterländer Mountainbiker den Heimritt Landgraf Philipps schon einmal im Sattel nachvollzogen.

Diese spannende Geschichte hatten die Hinterländer Moutainbiker schon vor zwei Jahrzehnten mit enormen Aufwand recherchiert. Auf der Basis historischer Dokumente rekonstruierten sie den Heimweg und stiegen schließlich selbst für vier Tage in den Sattel, um mit dem Fahrrad die Geschichte zu (er-)fahren. Zum Vergleich: Philipp brauchte damals sechs Tage für die gleiche Strecke.

Die Histo(u)riker heute: Der Weg führt uns auch jetzt wieder von Löwen, wo wir (dieses Mal haben wir den BOSCH-Geschäftsführer Gerhard Pfeifer als Gastfahrer mit dabei, der uns bei unserem letztjährigen Russlandprojekt extrem unterstützt hatte) am 27. August starten werden, über St. Truiden und Tongeren in Belgien, Maastricht und Valkenburg in den Niederlanden nach Jülich in Deutschland. Wir folgen der Darstellung des Brüsseler Atlanten des Christian Grooten von 1573, die uns u. a. durch den Ort Steinstraß, also genau durch das Tagebaugebiet von Rheinbraun führt (übrigens mit 8.500 Hektar das größte Tagebaugebiet der Welt).  Auf dieser frühen Karte sind auf deutschem Gebiet nur 5 Orte genannt und markiert, einer davon ist der Hinterländer Ort Dernbach (Bad Endbach). Vor 21 Jahren erhielten wir schon einmal eine Sondergenehmigung, dieses Gebiet in Begleitung des WDR-Fernsehens zu durchqueren (dieses Mal wird es am 28. August sein), was übrigens auch eine fahrtechnische Herausforderung ist. Denn sowohl der Ort Steinstraß, wie auch die historische Wegeführung, fielen in diesem Abschnitt der Kohle zum Opfer.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker noch einmal nachfahren.

Weiter geht es dann über Köln, Drabender Höhe und Denklingen im Bergischen Land nach Siegen. Mit 87 km stellt diese Route die kürzeste Verbindung von hier nach Köln dar, die es je gab. Von Siegen aus geht es über die Haincher Höhe zu unserem Ziel Staffelböll (Philippsbuche) bei Simmersbach, welches wir am 29. August und dank unserer E-Bikes diesmal nach hoffentlich nur drei Tagen und 354 Kilometern erreichen werden. Das Fahrradmagazin „Bike BILD“ ist neben der OP und Mittelhessen.de diesmal auch wieder online in Tagebuchform mit von der Partie. Unterwegs werden wir sowohl mit unseren brandneuen „BULLS bikes“ und „Leica Action Cams“, wie auch mit einer Drohne, ausgestattet Filmaufnahmen machen. Unsere Bilder wird das Hessenfernsehen im Anschluss zu sendefähigen Ausschnitten bearbeiten. Denn schon am 1. September sind wir, übrigens nun schon zum dritten Mal, in der zweistündigen Live Sendung „Hallo Hessen“ eingeladen, um dieses Mal über unser Projekt 2020 zu berichten.

Wie schon so oft wird unser Freund und Mäzen Reinhard Balzer den Besenwagen steuern. Auch für ihn ist diese Geschichte etwas Besonderes, denn ihm wurde vor zwanzig Jahren die besondere Auszeichnung mit der silbernen Philipps-Plakette zuteil.

Es werden am 29. August bestimmt keine 4000 Besucher in Simmersbach warten wie 1952 bei der Einweihung der Gedenkstätte durch Kirchenpräsidenten Niemöller.

Dennoch würden wir uns freuen, wenn wir unsere letzten Filmaufnahmen von dieser Tour am späten Nachmittag des 29. August gemeinsam mit geschichtlich Interessierten  und Bikern an der Philippsbuche gestalten könnten.

Einweihung des Philipps-Denkmals 1952. (Bild: Heinz Blöcher)

 


„Hinterländer Mountainbiker“ starten wieder den „Heimweg nach Hessen“

Schon in der ganzen sprichwörtlichen Weltgeschichte herumgeradelt: Die „Hinterländer Mountainbiker“ hier bei ihrer Fahrt zum Fuji in Japan, beim Test auf einem Wolkenkratzer in Osaka, 160 Meter, 36. Stock.

Für die Zeit vom 27. bis 29. August planen die „Hinterländer Mountainbiker“ einen zweiten Versuch für „Landgraf Philipps Heimkehr“. Die Geschichts-Radler wollen nochmals Landgraf Philipp auf dem berühmten Heimritt aus der Gefangenschaft von Löwen bis Simmersbach folgen, wo heute noch die Philipps-Buche an dieses Ereignis des Jahres 1552 erinnert. Die Ankunft der „Pedalritter“ wird für 16 Uhr erwartet.
Es wäre zu schön gewesen, ausgerechnet in der Europa-Woche Anfang Mai auf den Spuren der europäischen Geschichte unterwegs zu sein und ausgerechnet in Eschenburg ans Ziel zu kommen. Was die „Hinterländer Mountainbiker“ ihre Tour verschieben ließ, bescherte Corona manchem Spaziergänger als unverhoffte Zeitreise.

Die Philippsbuche bei Simmersbach ist eine „Nahtstelle“ der hessischen und europäischen Geschichte. In den Landesfarben ziert sie das Simmersbacher Wappen.

„Zur Erinnerung an die Heimkehr des Landgrafen Philipp von Hessen aus 5-jähriger spanisch-niederländischer Gefangenschaft am 10.09.1552“, steht in großen Lettern in Stein gemeißelt unter dem Baum. Die Buche ist zwar nicht die erste am Standort, aber die Stelle ist verbrieft. Landgraf Philipp von Hessen, den man den „Großmütigen“ nannte, betrat hier erstmals wieder den Boden seines Heimatlandes. Er wurde am 05.09.1552 in Löwen, im heutigen Belgien, von Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat.
Die Philippsbuche ziert das Wappen der Simmersbacher, ist aber eine wichtige „Nahtstelle“ der Geschichte Hessens, Europas und auch Eschenburgs: Die Gemeinde wurde zunächst durch den freiwilligen Zusammenschluss der Dörfer Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach am 1. Oktober 1971 gegründet. Zum 1. Juli 1974 schlossen sich Hirzenhain sowie aus dem damaligen Kreis Biedenkopf die Gemeinden Simmersbach und Roth an. Damit war bereits zwei Jahre vor der hessischen Gebietsreform eine Großgemeinde mit zukunftsträchtigem Zuschnitt entstanden.
Die „Heimkehr nach Hessen“ von Löwen in Belgien zum Staffelböll bei Simmersbach haben die Hinterländer Mountainbiker schon einmal gefahren, wie sie auf ihrer Internetseite www.hinterlaendermountainbiker.de dokumentieren.  Für den Empfang der Histo(u)riker am 29. August an der Philippsbuche werden noch Ideen und Helfer gesucht.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren. Der Termin ist zwar wegen Corona verschoben, aber das wird die Hinterländer Mountainbiker nicht aufhalten.

Hinterländer Mountainbiker: Seit 1992 sind Harald Becker, Matthias Schmidt (beide Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Biedenkopf-Wallau) und Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) auf dem Bike unterwegs und wollen „Geschichte (er)fahren“. Die fünf Freunde haben schon viele geschichtsträchtige Touren unternommen. So waren sie in England auf Bonifatius‘ Spuren, wie Hannibal über die Alpen, sie radelten in China, Namibia, Brasilien, Japan und in den USA – immer mit einer besonderen Geschichte im Hintergrund und im Hinterkopf.

Der Film „Auf der Spuren der Wolgadeutschen“ (hier bei Youtube) führte mit dem jüngsten Abenteuer der Histo(u)riker nach Russland und Kasachstan.  „Genn Dach“, hallte es den fünf Freunden in Saratow freundlich entgegen. Einer Familien-Geschichte von Auswanderern folgend, trafen sie vor Ort auf Hinterländer Dialekt. Für die Kirche in Saratow war auch die Spendenaktion der Tour gedacht. Nachdem die Premiere in der Kulturscheune in Herborn rund 600 € ergeben hatte, verdoppelte der Abend im Bürgerhaus Eibelshausen die Hilfe für den Innenausbau des Gotteshauses auf 1.300 €.

Mehr Informationen über die Hinterländer Mountainbiker gibt es unter www.hinterlaendermountainbiker.de im Internet.

 

 

Gemeinsam planen fürs „Made“: „Eschenburg blüht“ heißt es 2021

Um aus dem Eibelshäuser Markt ein Eschenburger Erlebnis zu gestalten, sollte eigentlich schon in diesem Jahr unter dem Motto „Made in Eschenburg“ ein neues Konzept starten. Durch Corona verschiebt sich das Ganze und gibt uns die Chance, jetzt schon gemeinsam zu planen. Zum einen soll das Wochenende um den Samstag erweitert werden, ohne die Vereine zu überfordern. Zu den Themen-Schwerpunkten können sich Eschenburger Gewerbetreibende und Vereine ohne Standgeld für den Markt anmelden. Im Internet gibt es dafür ein Formular, um besser planen zu können.

Beim Frühjahrsmarkt gilt das Thema „Eschenburg blüht“ (8. bis 10. Mai 2021). Der Samstag soll mit einem Bürgerfrühstück ab 9 Uhr beginnen. Ab 11 Uhr läuft ein Bühnenprogramm am Bürgerhaus, für das Akteure zusammengebracht werden. „Eschenburg glüht“ ist im Herbst (9.-11. Oktober 2021) das Motto.

Das Anmeldeformular als Word-Datei hier herunterladen oder unter „Formulare“ finden (www.gemeinde-eschenburg.de/formulare). Mehr Informationen gibt es unter www.eschenburg.de/blueht im Internet.

Weitere Informationen:

Treffpunkt der Generationen: Beim „Made“ in Eibelshausen tummeln sich Jung und Alt zwischen Marktplatz und Rathaus, wie hier auf dem Foto aus 2008 erkennbar ist.

Freizeitbad „Panoramablick“: Nackendusche bringt Lockerung

Nächste Lockerung: Wir schalten nun auch wieder die Nackenduschen im Lehrschwimmbecken und im Außenbecken an. Aus bleiben bald nur noch Whirlpool und Dampfbad.

Es lohnt sich, auf www.freizeitbad-panoramablick.de/corona und auf der Facebook-Seite des Freizeitbads nachzuschauen. Hier gibt es ständig Neuerungen, die uns auch im Schwimmbad zur Normalität zurückbringen.

Wichtig ist, dass wir Abstand halten: 1,50 Meter zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Es hat sich herumgesprochen, dass im Freizeitbad „Panoramablick“ eigentlich nur Whirlpool und Dampfbad geschlossen bleiben, aber alle anderen Attraktionen zu nutzen sind. So wie sich die Badegäste an die Regeln halten, können Betriebs-Leiter Frank Happel und sein Team Massagedüsen, Nackenduschen, Strudel und Sprudel anschalten.

Abstand halten ist auch hier die wichtigste Sicherheitsvorkehrung, die jeder selbst einhalten kann. Dank einfacher Regeln lässt sich auch ein aufwändiges Anmelde-Procedere vermeiden. „Einbahnstraße“ auf den Wegen und „Kreisverkehr“ im Schwimmerbecken haben sich gut eingespielt.

Nach den Ferien gelten wieder die bekannten Öffnungszeiten:

  • Montag (Warmbadetag) 13:00-21:00 Uhr
  • Dienstag (Warmbadetag) 07:00-21:00 Uhr
  • Mittwoch 07:00-17:00 Uhr
  • Donnerstag 13:00-21:00 Uhr
  • Freitag 13:00-21:00 Uhr
  • Samstag 07:00-17:00 Uhr
  • Sonntag 07:00-17:00 Uhr

Info: Aktuelle Auskünfte zu Angebot und Auflagen finden Sie unter www.freizeitbad-panoramablick.de/corona im Internet. Am Telefon ist das Team im Bad unter der Telefonnummer 02774 71140 zu erreichen.

„Es dürfen alle rein, nur das Virus nicht!“

Immer eine Schwimm-Nudel Abstand: Die Kinder von der Schwimmschule Lahn-Dill zeigten, wie man die Hygieneregeln einhält und dennoch Spaß im Nass hat

Seit 22. Juni ist das Freizeitbad „Panoramablick“ wieder für den öffentlichen Badebetrieb offen. „Normal“ muss auch hierbei sein, dass die Besucher sich an die Hygiene-Regeln und vor allem an den Mindestabstand halten. „1,50 Meter – das ist eine handelsübliche Pool-Nudel, kann man sich im Schwimmbad gut merken“, sagt Betriebsleiter Frank Happel. „Abstand halten ist das Wichtigste!“

Eine Namensliste braucht ein Schwimmbad nicht. Die Daten würden bei einem Corona-Ausbruch für die Nachverfolgung auch nicht so viel bringen wie die Namen von Gottesdienst-Teilnehmern, Friseur-Terminen oder Restaurant-Besuchen. Da sitzt man doch meistens enger und länger. Dafür muss das Schwimmbad-Personal darauf achten, dass alle das Hygiene-Konzept einhalten und nicht zu viele Besucher auf einmal ins Bad kommen. Auf ein kompliziertes Online-Buchungssystem hat das Freizeitbad „Panoramablick“ verzichtet. „Wir sagen die einfachen Regeln lieber persönlich an und hoffen, es hält sich jeder dran“, sagt Badleiter Happel.

Die Karten löst jeder am Kassenautomat. Weil der Touchscreen eine Berührungsfläche ist, muss jeder vorher die Hände desinfiziert haben. Der Desinfektionsspenderständer steht direkt am Eingang. Die Türen bleiben auf, damit niemand die Klinke anfassen muss. Auf Abstand muss hier jeder achten, zur Hilfe gibt es Markierungen.

Beim Betreten und beim Verlassen des Schwimmbades hat jeder Besucher seinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In der Umkleidekabine kann jeder die Maske abnehmen. Duschen vor dem Betreten der Schwimmhalle ist Pflicht. Beim Verlassen hat das Duschen zu unterbleiben ebenso wie das Föhnen, um den Aufenthalt zu verkürzen und Begegnungen zu verhindern. Die Sammelumkleiden sind gesperrt oder dienen als Ausgang.

Alle in eine Richtung, damit es „rund“ läuft: Im abgeteilten Schwimmerbecken gilt Kreisverkehr, auf den Wegen durch das Bad ist „Einbahnstraße“ beschildert.

Damit es nicht eng wird, wurden die Wege im Schwimmbad beschildert mit „Einbahnstraße“. Auch im Schwimmerbecken sind die Wege vorgezeichnet: Bahn 3 ist abgesperrt für den Abstand, daneben ist im vorgegebenen „Kreisverkehr“ zu schwimmen. Im Lehrschwimmbecken und im Außenbecken hat sich jeder selbst an die Abstände zu halten. Alle Attraktionen bleiben zunächst aus. Whirlpool und Dampfbad waren ja schon vor der angeordneten Schwimmbad-Schließung am 16. März gesperrt worden, weil hier keine Poolnudel dazwischen passt. Im gechlorten Wasser indes, so gilt weiter die fachlich fundierte Annahme, fühlt sich auch das Corona-Virus nicht so wohl wie die Besucher. Die im Hallenbad ohnehin herrschende hohe Hygiene hat das Schwimmbad-Team nochmals erhöht. Nach dem erarbeiteten Hygiene-Konzept ist die Reinigung von Türklinken, Handläufen und Kontaktflächen auf den Stundentakt verkürzt worden.

Darüber hinaus ist jeder Besucher für Sicherheit verantwortlich. Risikopersonen sollen besser zuhause bleiben, sagen die Corona-Vorschriften. Und auch schon nach der bisherigen Haus- und Badeordnung sollte niemand Schwimmen gehen, der krank ist oder sich nicht gut fühlt. Für die Sicherheit ist jeder Badbesucher verantwortlich. Mit Blick auf Sommer und Ferien wird eine weitere Regelung wichtig: Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht ohne erwachsene Begleitung ins Bad.

Die Jugendlichen des Turnvereins Eibelshausen haben bereits gezeigt, dass sie sich verantwortungsvoll und vorsichtig an die Regeln halten. Schwimmtraining und Kurse waren bereits vorher möglich. Mit ihnen konnte auch das Hallenbad-Hygienekonzept entwickelt und erprobt werden. Dabei wurde auch klar: Mehr ist möglich, wenn sich alle an die Regeln halten. Betriebsleiter Happel: „Wir wollen ja gemeinsam zeigen: Es dürfen alle rein – nur das Virus nicht!“

Info: Was ist unter diesen besonderen Bedingungen der Pandemie im Freizeitbad „Panoramablick“ zu beachten, ist unter www.freizeitbad-panoramablick.de/corona im Internet zu finden.

Gemeinsam geht mehr: Die Jugendlichen vom TV Eibelshausen haben beim Schwimmtraining gezeigt, dass man sich mit Abstand und Disziplin im Schwimmbad sicher bewegen kann.

Umweltministerin Hinz überbringt Förderung für die „wilde“ Dietzhölze

Land gibt 223.000 € für Renaturierung des Baches

Arbeits-Fluss: Hessens Umweltministerin Priska Hinz (vorne links) übergibt einen Förderbescheid über 223.000 € an Bürgermeister Götz Konrad. Von der Hessischen Landgesellschaft HLG kümmern sich Geschäftsführer Dr. Gerald Kunzelmann und Projektleiter Ingo Pfeiffer nun um die weitere Renaturierung der Dietzhölze. (Foto: Frank Rademacher)

 „Ich freue mich, heute bereits den zweiten Förderbescheid unseres Programms ,100 Wilde Bäche‘ überreichen zu können. Mit 223.000 Euro wird die Dietzhölze in der Gemeinde Eschenburg wieder naturnah gestaltet“, sagte Umweltministerin Priska Hinz, die den Bescheid an Bürgermeister Götz Konrad übergab. Das Land Hessen übernimmt damit 85 Prozent der Kosten der Renaturierung. Auf 2,3 Kilometern sollen die Lebensbedingungen für Fauna und Flora verbessert werden.

Die Dietzhölze gehört zu vier Bächen im Lahn-Dill-Kreis, die in das Programm aufgenommen wurden. Hinz betonte, dass die Gemeinde bereits Vorarbeiten für die Renaturierung geleistet habe, mit der am Ende auch der Wasserrahmenrichtlinie der EU Rechnung getragen werden soll. Weil die Dietzhölze gleich durch zwei Naturschutzgebiete fließe, komme der Renaturierung eine besondere Bedeutung zu.

Das Projekt diene aber nicht nur dem Naturschutz, sondern leiste zugleich einen Beitrag für den Hochwasserschutz. Weil die Dietzhölze künftig wieder mehr Platz bekomme, könne sie auch mehr Wasser aufnehmen, das aber langsamer fließe. Götz Konrad berichtete, dass man sich derzeit intensiv darum bemühe, interkommunal einen Verbund zu schaffen, um gemeinsam das Hochwasserrisiko im Einzugsgebiet der Dill zu verringern. Und weil mit der Renaturierung auch ein stärkerer Bewuchs im Uferbereich der Dietzhölze verbunden sein wird, werde auch etwas gegen den Klimawandel unternommen. „Auch die Bevölkerung vor Ort profitiert von den Maßnahmen. Vielfältige Bachstrukturen bieten einen höheren Erholungswert“, verwies die Ministerin auf einen weiteren Aspekt.

Träger des Projekts ist vor Ort die Hessische Landgesellschaft (HLG) und wird betreut von Ingo Pfeiffer. Nun soll die „lineare Durchgängigkeit“ der Dietzhölze wieder hergestellt werden durch den Rück- oder Umbau von Wehren sowie Veränderung der Befestigung von Ufer und Grund. Dadurch kann sich der Bach wieder natürlich durch die Landschaft schlängeln.

Auf einer Länge von 3,2 Kilometern sind einzelne Verbesserungen vorgesehen, die beispielsweise Eisvogel, Sumpfschwertlilie und Edelkrebs noch bessere Lebensbedingungen geben.

Im Lahn-Dill-Kreis sollen neben der Dietzhölze noch der Aubach, der Wetzbach und der Welschbach renaturiert und damit wieder „wilder“ werden.

Ausbildung mit Zukunft: Wir bilden in fünf Berufen aus

In der Ausbildung liegt die Zukunft. Für die eigene Personalentwicklung will die Gemeinde Eschenburg von 2020 bis 2024 in jedem Jahr eine neue Ausbildung zu beginnen für den Beruf der Verwaltungsfachangestellten.

Weitere Ausbildungs-Berufe bei der Gemeinde oder den Verbänden (derzeit ohne Ausschreibung) sind:

Die fünf Berufe stellen wir demnächst mit kurzen Filmen vor auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde Eschenburg.

 

Erfahrungsaustausch fortführen: „Immer das große Ganze gesehen“

„Das Gras wächst in allen zehn Ortsteilen gleichzeitig“, bringt es Thilo Zimmermann auf den bekannten Punkt. Der Bauhofleiter bekommt ein Kopfnicken von den Kollegen. In Eschenburg ist die Erfahrung die gleiche wie in der neuen Landgemeinde Stadt Großbreitenbach. Deren Bürgermeister Peter Grimm war zur langjährigen Partnergemeinde seines Heimatortes Altenfeld zum Arbeitsbesuch gefahren, um Erfahrungen auszutauschen. Das haben die Gemeinde in Mittelhessen und der Ort im Thüringer Wald seit 1990 immer wieder getan, woraus eine Freundschaft wuchs.

Die Kontakte sind seltener als in den Jahren der Wende und des Wiederaufbaus, aber nicht minder herzlicher und nicht unwichtiger: Die Landgemeinde Stadt Großbreitenbach wurde zum 01.01.2019 neu gebildet aus den Ortschaften Allersdorf, Altenfeld, Böhlen, Friedersdorf, Gillersdorf, Großbreitenbach, Herschdorf, Neustadt am Rennsteig, Wildenspring und Willmersdorf. Peter Grimm, der vor 30 Jahren mit Hilfe aus dem Dillgebiet den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hatte und als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker immer wieder Hilfe aus dem Westen als ein Miteinander erlebt hatte, war zuletzt 18 Jahre ehrenamtlich Bürgermeister von Altenfeld. Die zehn Ortschaften mit 6.300 Bürgern haben sich nun zusammengetan und den Handwerker zum Hauptamtlichen gewählt, der jetzt aus 80 Kilometern Fläche, 300 Kilometer Wanderwegen und einer Fülle an Aufgaben eine Einheit schmieden soll. „Wir haben immer das große Ganze gesehen“, sagt Wegbegleiter Lothar Schubert, der in Altenfeld Peter Grimms „Vize“ war und nun für die Landgemeinde eintritt. „Landgemeinde Stadt Großbreitenbach – das ist nirgendwo ein Widerspruch“, begrüßte Eschenburgs Bürgermeister Götz Konrad. „Keine Stadt ohne Land gilt für Hessen wie für Thüringen, die beide doch sehr eng verwandt sind.“

Bauhof heißt die Mission, die in der Landgemeinde aus sechs Bauhöfen für zehn Ortschaften den kompletten Aufgabenkatalog gleichermaßen gestalten soll. Mit 20 Mitarbeitern, darunter elf in Vollzeit, klingt das leichter als es ist. In Eschenburg, wo zur Wendezeit 15 Kollegen eine einheitliche Truppe bildeten und heute den Dienst tun, fühlte man sich an die Zeiten nach der Gebietsreform erinnert. „Damals war das noch so, dass nach der Einteilung morgens die einen Kollegen in ihr Dorf fuhren und die anderen in ihres – heute sind wir eine Gemeinde“, sagte Bauhofleiter Martin Hirtzbruch. „Und dennoch sind die Zeiten vorbei, in denen zwei Mann auf einem Fahrzeug saßen“, ergänzte Reiner Müller, der als Bauingenieur in Eschenburg auch den Bauhof verantwortet.

Altenfeld ist stolz darauf, sein Freibad ohne Zuschüsse saniert zu haben; Eschenburgs Bauhof hilft im Zweckverbands-Schwimmbad bei Bauarbeiten gut und gerne aus, übernimmt aber keine Schichten mehr in der Badeaufsicht – und die Landgemeinde Großbreitenbach muss heute zwei Freibäder betreiben. Winterdienst, Friedhöfe, Gebäudewirtschaft, Grünpflege, Vereinsförderung, Spielplätze und interkommunale Zusammenarbeit waren Themen des Erfahrungsaustauschs. „Gut ist, wenn man selbst eine Vielfalt an Handwerkern hat“, sagte Bürgermeister Peter Grimm.

Für die Bauhof-Kollegen in Eschenburg ließ er eine Ladung Thüringer Bratwürste dort und die Einladung, aus Eschenburg gerne wieder Besuch in Altenfeld und der neuen Landgemeinde zu begrüßen. „Drei Stunden Autofahrt, die heute leichter sind denn je“, warb Kollege Konrad. „Wir sind als nächste dran mit einem Besuch, obgleich das nie ein „hüben und drüben“ war. Wir lernen gegenseitig voneinander.“

Info: Mehr zur Landgemeinde Stadt Großbreitenbach ist unter www.lg-grossbreitenbach.de im Internet zu finden.