Spannende Geschichte: Rund 150 Besucher kamen ins Bürgerhaus nach Eibelshausen, wo die Hinterländer Mountainbiker ihr jüngstes Abenteuer „Auf den Spuren der Wolgadeutschen“ zeigten. (Foto: Konrad)

Für die „Hinterländer Mountainbiker“, die Kirche in Saratow und die rund 150 Gäste war der Abend ein voller Erfolg. Der Film „Auf der Spuren der Wolgadeutschen“ führte mit dem jüngsten Abenteuer der Histo(u)riker nach Russland und Kasachstan. Für die nächste Tour haben die fünf Geschichts-Radler wieder eine Etappe hessische Heimatgeschichte vor: Auf den Spuren von Landgraf Philipp geht es im Mai von Belgien nach Simmersbach.

Seit 1992 sind Harald Becker, Matthias Schmidt (beide Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Biedenkopf-Wallau) und Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) auf dem Bike unterwegs und wollen „Geschichte (er)fahren“. Die fünf Freunde haben schon viele geschichtsträchtige Touren unternommen. So waren sie in England auf Bonifatius‘ Spuren, wie Hannibal über die Alpen, sie radelten in China, Namibia, Brasilien, Japan und in den USA – immer mit einer besonderen Geschichte im Hintergrund und im Hinterkopf.

„Genn Dach“, hallte es den fünf Freunden nun in Saratow freundlich entgegen. Einer Familien-Geschichte von Auswanderern folgend, trafen sie vor Ort auf Hinterländer Dialekt. Für die Kirche in Saratow war auch die Spendenaktion der Tour gedacht. Nachdem die Premiere in der Kulturscheune in Herborn rund 600 € ergeben hatte, verdoppelte der Abend im Bürgerhaus Eibelshausen die Hilfe für den Innenausbau des Gotteshauses auf 1.300 €.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren und am 5. Mai an der Philippsbuche ankommen, die als Erinnerung an das Ereignis bei Simmersbach steht.Derweil der 40-minütige Film „Auf den Spuren der Wolgadeutschen“ mittlerweile auch auf „Youtube“ im Internet zu sehen ist, planen die Hinterländer Mountainbiker das nächste Abenteuer:  Wie vor 22 Jahren schon einmal geschafft, soll der Weg von Landgraf Philipp gefahren werden, der den „Großmütigen“ 1552 aus der Gefangenschaft bei Brüssel heim brachte. Der hessische Landgraf war von 1547 bis 1552 in den spanischen Niederlanden im Kerker. Er wurde am 05.09.1552 in Löwen, im heutigen Belgien, von Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat. Am Staffelböll bei Simmersbach betrat er erstmals wieder den Boden seines Hessenlandes.

Die Tour von Löwen in Belgien zum Staffelböll soll nun vom 2. bis 5. Mai steigen. In der Europa-Woche wollen die Hinterländer Mountainbiker und die Gemeinde Eschenburg darauf hinweisen, dass Simmersbach eine wichtige Nahtstelle der hessischen und europäischen Geschichte ist. Und für den 5. Mai planen Gemeinde und Geschichtsfreunde ein herzliches Willkommen. Zur Erinnerung an die Heimkehr des Landgrafen wurde die Philippsbuche dort in Simmersbach gepflanzt, die heute noch das Wappen der Simmersbacher ziert.

Mehr Informationen über die Hinterländer Mountainbiker gibt es unter www.hinterlaendermountainbiker.de im Internet.