„Hinterländer Mountainbiker“ starten wieder den „Heimweg nach Hessen“

Schon in der ganzen sprichwörtlichen Weltgeschichte herumgeradelt: Die „Hinterländer Mountainbiker“ hier bei ihrer Fahrt zum Fuji in Japan, beim Test auf einem Wolkenkratzer in Osaka, 160 Meter, 36. Stock.

Für die Zeit vom 27. bis 29. August planen die „Hinterländer Mountainbiker“ einen zweiten Versuch für „Landgraf Philipps Heimkehr“. Die Geschichts-Radler wollen nochmals Landgraf Philipp auf dem berühmten Heimritt aus der Gefangenschaft von Löwen bis Simmersbach folgen, wo heute noch die Philipps-Buche an dieses Ereignis des Jahres 1552 erinnert. Die Ankunft der „Pedalritter“ wird für 16 Uhr erwartet.
Es wäre zu schön gewesen, ausgerechnet in der Europa-Woche Anfang Mai auf den Spuren der europäischen Geschichte unterwegs zu sein und ausgerechnet in Eschenburg ans Ziel zu kommen. Was die „Hinterländer Mountainbiker“ ihre Tour verschieben ließ, bescherte Corona manchem Spaziergänger als unverhoffte Zeitreise.

Die Philippsbuche bei Simmersbach ist eine „Nahtstelle“ der hessischen und europäischen Geschichte. In den Landesfarben ziert sie das Simmersbacher Wappen.

„Zur Erinnerung an die Heimkehr des Landgrafen Philipp von Hessen aus 5-jähriger spanisch-niederländischer Gefangenschaft am 10.09.1552“, steht in großen Lettern in Stein gemeißelt unter dem Baum. Die Buche ist zwar nicht die erste am Standort, aber die Stelle ist verbrieft. Landgraf Philipp von Hessen, den man den „Großmütigen“ nannte, betrat hier erstmals wieder den Boden seines Heimatlandes. Er wurde am 05.09.1552 in Löwen, im heutigen Belgien, von Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat.
Die Philippsbuche ziert das Wappen der Simmersbacher, ist aber eine wichtige „Nahtstelle“ der Geschichte Hessens, Europas und auch Eschenburgs: Die Gemeinde wurde zunächst durch den freiwilligen Zusammenschluss der Dörfer Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach am 1. Oktober 1971 gegründet. Zum 1. Juli 1974 schlossen sich Hirzenhain sowie aus dem damaligen Kreis Biedenkopf die Gemeinden Simmersbach und Roth an. Damit war bereits zwei Jahre vor der hessischen Gebietsreform eine Großgemeinde mit zukunftsträchtigem Zuschnitt entstanden.
Die „Heimkehr nach Hessen“ von Löwen in Belgien zum Staffelböll bei Simmersbach haben die Hinterländer Mountainbiker schon einmal gefahren, wie sie auf ihrer Internetseite www.hinterlaendermountainbiker.de dokumentieren. Für die Neuauflage hat Bürgermeister Götz Konrad einen Antrag an die Staatskanzlei gestellt. Für den Empfang der Histo(u)riker am 29. August an der Philippsbuche werden noch Ideen und Helfer gesucht.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren. Der Termin ist zwar wegen Corona verschoben, aber das wird die Hinterländer Mountainbiker nicht aufhalten.

Hinterländer Mountainbiker: Seit 1992 sind Harald Becker, Matthias Schmidt (beide Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Biedenkopf-Wallau) und Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) auf dem Bike unterwegs und wollen „Geschichte (er)fahren“. Die fünf Freunde haben schon viele geschichtsträchtige Touren unternommen. So waren sie in England auf Bonifatius‘ Spuren, wie Hannibal über die Alpen, sie radelten in China, Namibia, Brasilien, Japan und in den USA – immer mit einer besonderen Geschichte im Hintergrund und im Hinterkopf.

Der Film „Auf der Spuren der Wolgadeutschen“ (hier bei Youtube) führte mit dem jüngsten Abenteuer der Histo(u)riker nach Russland und Kasachstan.  „Genn Dach“, hallte es den fünf Freunden in Saratow freundlich entgegen. Einer Familien-Geschichte von Auswanderern folgend, trafen sie vor Ort auf Hinterländer Dialekt. Für die Kirche in Saratow war auch die Spendenaktion der Tour gedacht. Nachdem die Premiere in der Kulturscheune in Herborn rund 600 € ergeben hatte, verdoppelte der Abend im Bürgerhaus Eibelshausen die Hilfe für den Innenausbau des Gotteshauses auf 1.300 €.

Mehr Informationen über die Hinterländer Mountainbiker gibt es unter www.hinterlaendermountainbiker.de im Internet.

Wer beim Empfang mitmachen möchte, kann sich beim Ortsvorsteher Klaus Arhelger oder Bürgermeister Götz Konrad (buergermeister@eschenburg.de)