Haiger und Eschenburg arbeiten zusammen in eigener Försterei 

Ab 1. Januar 2020 hat Förster Sebastian Biener die Beförsterung des Stadtwaldes Haigers und des Gemeindewaldes Eschenburg übernommen. Vorher waren beide Kommunen aus der Zusammenarbeit mit HessenForst ausgestiegen. In einem neuen Modell der Interkommunalen Zusammenarbeit kooperiert die Stadt Haiger jetzt mit der Nachbargemeinde Eschenburg.  

„Wir sind der festen Überzeugung, dass uns diese Lösung schneller und schlagkräftiger macht“, sagte Bürgermeister Mario Schramm beim offiziellen Start-Termin im Haigerer Stadtwald. „Es ist sicher ein Wagnis, aber ich bin davon überzeugt, dass es klappen wird“, ergänzte sein Eschenburger Amtskollege Götz Konrad.

Auslöser für den Schritt der beiden Kommunen war die Entscheidung des Landes Hessen, dass aus kartellrechtlichen Gründen ab 2019 das Holz von Privat- und Kommunalwaldbesitzern nicht mehr über die jeweiligen Forstämter verkauft werden darf. Viele Kommunen entschieden sich anschließend dafür, die Vermarktung des Holzes künftig im Rahmen einer neu gegründeten Gesellschaft abzuwickeln und die Beförsterung bei HessenForst zu belassen.

Haiger und Eschenburg wählten den Weg der gemeinsamen Beförsterung über eine eigene Revierförsterei und des gemeinsamen Holzverkaufs in Eigenregie. Der Haigerer Stadtwald ist insgesamt 1767 Hektar groß, Eschenburg bringt es auf 1100 Hektar Waldfläche.

Neuer Förster ist ein alter Bekannter: Diplomforstingenieur Sebastian Biener (40), der in Eiershausen lebt. Er hat im Jahr 2010 seine Tätigkeit bei HessenForst begonnen und seither Erfahrungen in Haiger und Eschenburg gesammelt. „Besser ging es nicht“, meinte Bürgermeister Mario Schramm und erinnerte daran, dass sich das Haigerer Stadtparlament nahezu ohne Diskussionen für eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Eschenburg entschieden hatte. „Wir sind sehr gut aufgestellt mit einem Förster, der für die Bürger auch erreichbar ist“, sagte Schramm. Natürlich befinde sich der Wald nicht zuletzt durch die Borkenkäfer-Plage in einer schwierigen Phase. Geld verdienen lasse sich mit der Waldbewirtschaftung in den nächsten Jahren ganz sicher nicht.

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass der Wald wieder hochkommt – und ich bin überzeugt, dass das gelingen wird“, sagte Götz Konrad.  Er sei sicher, dass die Entscheidung, den Wald „mit eigenen Leuten“ zu bewirtschaften, richtig gewesen sei. Jetzt gehe es darum, „richtig Gas zu geben“. Die Kooperation biete sich an, da man Hand in Hand arbeiten könne und sich die Personalstruktur gleiche. Förster Sebastian Biener arbeitet zusammen mit den Forstwirten in Haiger und Eschenburg. In beiden Kommunen gibt es jeweils einen Forstwirtschaftsmeister – in Haiger ist das Christoph Krumm, in Eschenburg Markus Weil. Hinzu kommen jeweils zwei Forstwirte und je ein Auszubildender.  (öah)

Kontakt: Sebastian.biener@Haiger.de; 0176/10 811500