Autorarchive: Götz Konrad

Zu Weihnachten Gesundheit schenken: Gutscheine im Freizeitbad

Am Samstagmorgen abholen

Das perfekte Geschenk zu Weihnachten wäre die Gesundheit. Zur Gesundheit gehört die Bewegung dazu, somit wäre ein Gutschein für das Freizeitbad „Panoramablick“ das ideale Geschenk. Gerne könnt Ihr einen Gutschein per E-Mail Freizeitbad-Eschenburg@t-online.de vorbestellen und am 19. Dezember (Samstag) in der Zeit zwischen 09:00 und 12:00 Uhr im Foyer des Freizeitbads abholen. Wie der Weihnachtswunsch sind die Gutscheine im Wert variable: 5 €, 10 € oder auch 100 € – Wir machen alles möglich. Bleibt gesund!

Online-Informationsveranstaltung über Versorgungsautomaten

Sie betreiben einen Gasthof, eine Fleischerei oder eine Bäckerei? Sie sind Caterer oder erzeugen regionale Produkte? Sie betreiben eine Tankstelle oder haben sich aus anderem Grund bereits dem Vertrieb von Lebensmitteln verschrieben? Dann bietet Ihnen diese Informationsveranstaltung Gelegenheit sich mit einem Marktsegment auseinanderzusetzen, dass Ihren Handel künftig ergänzen kann.

Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland hat sich zum Ziel gesetzt, solche an Rad- und Wanderwegen in der Region zu fördern. Wer sich vorstellen kann, einen Verkaufsautomaten aufzustellen, zu betreiben oder zu beliefern, ist herzlich eingeladen zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Akademie für den ländlichen Raum HESSEN (ALR) am 8. Dezember 2020, von 19:00 bis ca. 21:15 Uhr. Die Veranstaltung findet als Onlinekonferenz für maximal 200 Personen statt.

Die Online-Konferenz soll

– über Fördermöglichkeiten für die Anschaffung und Einrichtung von Versorgungsautomaten informieren,
– die Marktsituation hinsichtlich touristischer und regionaler Bedarfe vorstellen und
– auch anhand von Beispielen individuelle Lösungsansätze skizzieren.

Auch wenn Sie bislang nie an einer Onlinekonferenz teilgenommen haben, brauchen Sie keine technischen Hürden zu fürchten – die ALR hilft Ihnen bei der Vorbereitung und Einwahl zur Teilnahme. Im ersten Schritt melden Sie Ihr Interesse zur Teilnahme über folgenden LINK:

Anmeldeformular Verkaufsautomaten an Rad- und Wanderwegen

 

Einbringung Haushalt 2021

„Nachhaltige Verwendung des Bürgergeldes“

Den Haushalt für das Jahr 2021 hat Bürgermeister Götz Konrad in die Beratung der Gremien eingebracht mit folgender Rede:

Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Haushaltsberatung möchte ich mit einem Wort von Norbert Blüm beginnen, der am 23. April 2020 gestorben ist, aber unvergessen bleibt. Zum Beispiel für Aussprüche wie diesen:

„Alle wollen den Gürtel enger schnallen,

aber jeder fummelt am Gürtel des Nachbarn herum.“

Wenn ich jetzt den Haushalts-Plan für das Jahr 2021 in die Beratungsfolge einbringen, hat die Beratung schon begonnen. In zwei Ausschüssen haben wir die Bauprogramme und auch schon den Stellenplan vorgestellt.

Das bitte ich immer zu bedenken, wenn wir von Transparenz reden und Verlässlichkeit der Verwaltung. Eine andere Kommune, in der ein Haushalt so durchschaubar dargestellt und umgesetzt wird, muss man lange suchen. Darin ist vorweg auch das Lob und der Dank eingeschlossen an alle, die daran mitgewirkt haben bei der Aufstellung und ebenso an alle, die bei der Beratung, Beschlussfassung und Bearbeitung konstruktiv mitwirken wollen und werden.

Wir legen für Eschenburg im Jubiläums-Jahr 2021 einen Haushalt vor, der im Ergebnis ein Minus von fast 1,4 Millionen Euro trägt. Und dabei ist da noch keine rauschende Geburtstags-Party angesetzt, sondern viel Arbeit.

Mit 942 T€ Negativ-Saldo zwischen Einzahlungen und Auszahlungen gehen wir aus dem Ergebnis in den Finanzhaushalt.

Dort kommen 876 T€ Einzahlungen aus Investitionstätigkeit rein. Das sind die ausstehenden die Beitragszahlungen.

Auszahlungen aus Investitionstätigkeit 3,451 Mio. €. Das sind die Investitionen. Wir investieren fast dreieinhalb Millionen Euro, so viel wie schon lange nicht mehr.

Einzahlungen aus Finanzierungstätigkeit stehen 2,55 Mio. € an. Das ist das Geld, das wir aufbringen müssen. Die Kreditaufnahme.

385 T€ Euro Auszahlungen aus Finanzierungstätigkeit ist die geplante Tilgung.

Wir kommen auf einen Zahlungsmittelfehlbedarf in Höhe von 1,352 Mio. €. Das fehlt also an „echtem Geld“.

Wir werden den Haushalt 2021 im ordentlichen Ergebnis nur durch eine Entnahme aus der Ergebnisrücklage in Höhe von 1.405.000 € ausgleichen können.

Die Ergebnisrücklage hat voraussichtlich zum Jahresende einen Bestand von fast 3,9 Mio. €,

Die Fehlbeträge im Ergebnishaushalt entwickeln sich wie folgt:

2021          1.395.000 €

2022             470.000 €

2023 rechnen wir heute mit einem Überschuss von 138.000 €

2024 mit einem Überschuss von 444.000 €.

Die Fehlbeträge aus dem Zahlungsmittelfluss aus Verwaltungstätigkeit in Höhe von

962.000 € in 2021 und

86.000 € in 2022 können über den Finanzmittelbestand ausgeglichen werden. Am „echtem Geld“ haben wir am Ende diesen Jahres voraussichtlich 2,186 Mio. €.

In der Satzung § 3 sehen wir die Kreditaufnahme mit 2,55 Mio. €

Bei einer Tilgung von 385.000 €

bleibt eine Netto-Neuverschuldung in Höhe von 2.165.000 €

Netto-Neuverschuldung ist nicht verboten, man muss sich das nur leisten und gut begründen können.

Die Vorschrift ist: Der Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit so hoch sein, dass damit auch die ordentliche Tilgung der Investitionskredite und die Tilgung an die Hessenkasse geleistet werden kann.

Dafür wären in

2021 weitere 385.000 € notwendig

2022 – wenn unser Anteil an der Hessenkasse anläuft – 465.000 €,

2023 602.000 €

2024 818.000 €.

Das soll uns heute zeigen dass der Druck steigt, wenn wir jetzt in die Ergebnisrücklage und in die Liquidität greifen.

In § 5 der Satzung stehen die Steuersätze, seit 2015 unverändert.

Grundsteuer A und B 400 %

Gewerbesteuer 380 %

Bei 380 % liegen wir bewusst, weil dort für Personengesellschaften die „Schmerzgrenze“ liegt und durch die Anrechenbarkeit der Steuer als Aufwand unterm Strich nicht mehr zu zahlen ist.

Jeden Euro, den wir aus der Gewerbesteuer einsetzen, müssen wir erst einmal vierfach reinbekommen. Man kann sogar, wenn man die nötige Dienstauffassung hat, sagen: Das müssen wir als Gemeinde auch erst mal verdienen.

Deswegen können wir froh sein, dass das Fundament für den Haushalt 2020 in der Vergangenheit gelegt wurde, als wir unsere Bauprogramme Wasser, Abwasser und Straße über Beiträge finanzieren. Für die Jahre 2021 bis 2026 haben wir ja die Fortsetzung bereits beschlossen. Und die Straßensanierung folgt mit dem einfachen Einmalbeitrag, der in Raten geleistet werden kann.

Was nicht in diesem Haushalt steht, sondern im Wirtschaftsplan der Gemeindewerke, müssen wir aber zusammen betrachten und können es als gute Begründung für unsere Zukunfts-Investitionen benennen:

Wir haben unsere Infrastruktur konjunkturstabil, krisensicher und generationengerecht aufgebaut auf Beiträgen.

Sonderposten-Auflösung ist keine Reste-Rampe im Ramsch-Laden, sondern das ist die nachhaltige Verwendung des Bürgergeldes, das wir über die Beiträge eingesammelt haben. Im Ergebnis wird das Geld als Ertrag über längere Zeit aufgelöst – oder sagen wir besser: Jahr für Jahr in die Waagschale geworfen als Gegengewicht zur Abschreibung.

Anders als das Privatunternehmen müssen wir die Abschreibungen als Werteverzehr darstellen und wieder erwirtschaften.

Wenn wir also die Sonderposten nicht über die Jahre auflösen könnten, müssten wir der Abschreibung etwas anderes entgegensetzen. Mit Steuer würde das teuer….

Brauchen wir nicht, sondern in Eschenburg wird das finanzielle Fundament von Jahr zu Jahr größer.

2019 hatten wir auf der Ertragsseite aus dieser Sonderposten-Auflösung der Beiträge:

Straße:           264.800 €

Wasser:         153.420 €

Abwasser:     173.990 €

Macht zusammen 592.000 € rund. Mehr als eine halbe Million Euro, die wir jedes Jahr immer und immer wieder einsammeln müssten, wenn wir unsere Investitionen in die Infrastruktur mit Steuergeld finanziert oder die Bürger über Gebühr strapaziert hätten.

Auf Seite 20 begründen wir damit, warum wir uns eine Nettoneuverschuldung leisten können müssen und warum das Risiko beherrschbar ist.

  • Für die Sanierung von Straßen und Plätzen sind 1,7 Mio. € eingeplant, die notwendig sind und sich auch in Teilen mit Beiträgen finanzieren lassen.
  • Für die Schaffung von Bauland sind im Finanzhaushalt stehen 915.000 € im Haushalt als Vorfinanzierung. Diese Kredite wollen wir ja auch beim Bauplatz-Verkauf ablösen.

Auf über eine Million Euro summieren sich die Vorschläge unserer Ortsbeiräte in diesem Haushalt, darunter der Dorfplatz Wissenbach, das DGH Hirzenhain, Marktplatz Eibelshausen und ein behindertengerechter Umbau des DGH Eiershausen.

Wir haben ebenso für 161 T€ Verbesserungen an den Kitas eingeplant. Viele Vorschläge, die unser Bauamt in die Bauprogramme aufgenommen hat. Was wie wo und warum hat Bauingenieur Reiner Müller bereits im Bauausschuss und im Finanzausschuss vorgestellt und erläutert.

Für die Netto-Neuverschuldung erklärt werden auch 100.000 € Planungskosten für den Neubau eines viergruppigen Kindergartens. Die Fördertöpfe für einen Bau sind zwar aktuell leer, aber wir müssen vorbereitet sein, unseren Bedarfsplanung – bezogen auf die ganze Gemeinde – zu betreiben und verlässliche Angebote zu machen.

Freilich kann Bedarf nicht immer einzelne Bedürfnisse abbilden, aber der zentrale Standort in Eiershausen ist die beste Option.

Vorteile:

  • Eigenes Grundstück
  • Günstige Lage
  • Bushaltestelle in der Nähe
  • Neubaugebiet geplant
  • Gewerbegebiet in der Nähe

Solange niemand eine bessere Möglichkeit aufzeigen kann, werden wir auf diesem Weg weiter für einen Kita-Neubau planen.

Ähnlich fürs Ganze werden wir alle denken müssen, wenn 115.000 € Planungskosten für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses umzusetzen sind. Da steht noch keine Ortsangabe. Der Prüfdienst des Landes Hessen hat uns drei Standorte verworfen, für die wir eine Sanierungsstrategie und die Aufstellung unserer Feuerwehr in Eschenburg im Blick haben müssen.

Änderungen im Stellenplan, wie sie der Gemeindevorstand vorschlägt, hat Rainer Deutsch im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Die neuen Stellen sollen die Schlagkraft der Truppe erhalten und sich selbst tragen. Eine neue halbe Stelle im Fachbereich 2 (Bürgeramt) soll eine ganze Stelle Verstärkung fürs Ordnungsamt bringen.

Eine Stelle für den Bauhof soll uns zwischenzeitlich Engpässe beheben, die spätestens bei jedem Winter auf uns zukommen, und für die Zukunft der Personalentwicklung dienen, wenn bald weitere Kollegen in Ruhestand gehen.

Wir sehen immer wieder, wie gut es ist, wenn man sich selbst helfen kann und nicht auf die fremde Fachfirma warten muss.

Viel Eigeninitiative und Eigenregie krempelt übrigens gerade unseren Sportstättenbau um: Der SSV Wissenbach ist fest entschlossen, einen Kunstrasen selbst zu bauen und auch selbst die Finanzierung aufzubringen.

Wir als Gemeinde Eschenburg helfen mit Rat und Tat, Zuschüssen für Zins und Tilgung, halten uns aber ansonsten zurück. Warum? Vereine bauen besser selbst, weil sie mehr Zuschüsse erhalten und die Gemeinde die Abschreibung nicht im Haushalt gebrauchen kann.

Das ist ein gutes Beispiel für Bürgersinn, mit dem wir ins Jubiläums- und Wahljahr 2021 gehen sollten. Grundlage dafür bietet uns nun dieser Haushalt.

Gemeindevertretung und Ortsbeiräte haben den Haushalt mit seinen insgesamt 218 Seiten heute alle bekommen, so wie ihn der Gemeindevorstand per Beschluss am 28.10.2020 im Entwurf festgestellt hat und nun in die Beratung einbringt.

Ausschuss und Vertretung haben ihre Termine, damit der Haushalt am 10. Dezember beschlossen werden kann.

Die Ortsbeiräte sind gebeten ihre Stellungnahme zum Entwurf des Etats – und allein das steht in der HGO – abzugeben, und zwar bei mir bis 30.11.2020 um 15 Uhr, damit ich die Stellungnahme mit in den Gemeindevorstand nehmen kann. Der Gemeindevorstand ist immer der Ansprechpartner der Ortsbeiräte und trägt die Meldungen weiter in die Beratungsfolge. Keine Stellungnahme wird als Zustimmung gewertet.

Bitte bei allen Terminen dran denken. Sitzungen haben zwar bei den Corona-Verordnungen einen Sonderstatus, aber wir sollten auch immer daran denken, uns nicht zu vielen Aerosolen auszusetzen. Bevor wir also um einzelne Positionen und verschiedene Meinungen feilschen und ringen, sollten wir lieber daran denken, uns im Jahr 2021 – in dem eine Kommunalwahl und eine Bundestageswahl anstehen und in dem die Gemeinde Eschenburg 50 Jahre alt wird – möglichst Optionen offen halten und den Haushalt gewöhnlich früh beschließen und genehmigt bekommen.

Es wäre bedauerlich, wenn der Haushalt erst nach der Kommunalwahl verabschiedet werden kann. Bis dann die Genehmigung der Aufsicht vorliegt, ist das halbe Jahr vorbei und wir werden die Vorschläge und Vorhaben, die im Haushalt berücksichtigt sind, trotzdem nicht oder nur zum Teil umsetzen können. 2021 wäre dann ein verlorenes Jahr.

Machen wir es nicht so, wie der langjährige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel warnt, wenn er die die freudige Debatte so erklärt: „Finanzpolitik – das ist die Auseinandersetzung zwischen jenen Leuten, die eine Mark haben und zwei ausgeben wollen, und jenen anderen, die wissen, dass das nicht geht.“

Wir wünschen dem Haushalt und den Gremien gutes Beraten.

 

Bericht des Gemeindevorstands (05.11.2020)

Bürgermeister Konrad berichtet der Gemeindevertretung aus Vorstand, Verwaltung und Verbänden.

Gesamt-Gemeinde:

  1. Corona: Durch die bundesweiten Regelungen und Verordnungen des Landes schließen wir das Schwimmbad bis zum Monatsende und stellen auch die Dorfgemeinschaftshäuser nur für Sitzungen zur Verfügung, die unbedingt notwendig sind (z. B. Gremien der Gemeinde). Das Rathaus werden wir solange offenhalten können, wie die Sicherheitsregeln (Abstand, Maske, Kontaktdaten) befolgt werden. Aktuelle Informationen unter www.eschenburg.de/corona im Internet. Wer die Eschenburg-App hat, wird bei Neuigkeiten in der Gemeinde benachrichtigt. Die Corona-Regeln des Landes sind zu finden unter www.corona.hessen.de und die tägliche Lage im Kreis, auch mit Zahlen für die einzelnen Kommunen, finden sich unter www.lahn-dill-kreis.de/corona im Internet.
  2. Zukunft der Feuerwehr: Vor einem Jahr, am 28.10.2019, hat der Gemeindevorstand eine Kommission „Zukunft der Feuerwehr“ eingerichtet, um die Grundlagen für eine gemeinsame Vorgehensweise zu ermitteln. Das Arbeitsergebnis wurde am 09.09.2020 mit den beiden Feuerwehren Roth und Simmersbach, die die Mängel am Gerätehaus am meisten betreffen, in der Mehrzweckhalle vorgestellt. Da sich vier Standorte – nicht weiter tragbar sind eigentlich Roth, Simmersbach, Eiershausen und auf Dauer auch Hirzenhain – nicht so leicht und so schnell entwickeln lassen, kam die Idee nach „Kombi-Standorten“ auf. Die Vorträge des Bauamts und der Gemeindebrandinspektoren, die am 09.09.2020 vor den Kameraden vom Roth und von Simmersbach gehalten worden sind, hat auch der Kreisbrandinspektor gesehen und als schlüssig und fundiert hergeleitet bewertet. Der KBI erläuterte beim abschließenden Gespräch, dass für einen Zuschussantrag die Unterlagen komplett sein müssen (bebaubares Grundstück, Entwurfsplanung, Finanzierung, Bedarfs- und Entwicklungsplan), ehe ein Antrag bis zum 1. September gestellt werden kann. Von Feuerwehrseite ist das in Zukunft immer wichtiger werdende Thema Tagesalarmsicherheit angeführt. Auch Kommission und Gemeindevorstand sprechen sich gegen eine Zusammenlegung von Wehren gegen ihren Willen aus. Der Gemeindevorstand hat beschlossen, das Arbeitsergebnis der Feuerwehr-Kommission nun in die Beratungsfolge zu geben und die Kommission aufzulösen. Über Auftrag und Arbeitsschritte der Kommission „Zukunft der Feuerwehr“ sind die Fraktionen über ausführliche Informationen in den Ergebnisniederschriften von zehn Sitzungen des Gemeindevorstands immer informiert worden.
  3. Anerkennung und Entlastung der Feuerwehr: Das Land Hessen hat die Feuerwehrdienst- und Reisekostenaufwandsentschädigung (FwDRAVO) angepasst. Die Gemeinde Eschenburg gewährt nun erstmals den Gerätewarten und Leitern der Kinderfeuerwehr eine kleine Unterstützung wie den Jugendwarten. Das hat der Gemeindevorstand als Anerkennung dieser wichtigen Arbeit beschlossen. Für die Entlastung des Ehrenamts müssen weitere Schritte folgen.
  4. Volkstrauertag: Am 15. November wird es keine Veranstaltung geben, sondern Kranzniederlegungen auf allen Friedhöfen. Das Programm mit Ansprache, Andacht und Andenken verlegen wir sicherheitshalber in die Wochenzeitung.
  5. Gewinn für Genossenschaft: Die Lahn-Dill-Bergland-Energiegenossenschaft hat im Umlaufbeschluss den Jahresabschluss 2019 festgestellt mit einem Überschuss von 26.297,00 €. Der Gewinn aus 2019 wird mit 32.113,44 € Verlust verrechnet, so dass ein Bilanzverlust von 5.816,44 € auf die neue Rechnung vorgetragen wird. Für 2021 können sich Mitglieder am Solar-Projekt der GmbH beteiligen. Über Nachrangdarlehen sollen 60.000 €, jeweils bis zu 2.000 € eingebracht werden.
  6. Vertrags-Verbesserung für Windpark Galgenberg: Für unsere zwei geplanten Windkraftanlagen auf dem Galgenberg bietet sich ein Mehrertrag an durch leistungsstärkere Maschinen. Wie die Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH mitteilt, zeichnet sich für die Standorte Anlagen vom Typ E-160 ab, die 5,5 MW Leistung auf einem 166 Meter hohen Turm bei 160 m Rotordurchmesser erreichen. Bislang lagen die Planungen auf Windräder mit 4,2 MW Leistung, meist eine E-141 mit einem 159 Meter hohen Turm. Die größere und leistungsstärkere Anlage erzielt rund 2,5 Mio. Kilowattstunden mehr im Jahr, was bei einem EEG-Zuschlag zu 6 Ct/kWh und bei Mengen von 12,5 GWh/WEA jährlich jeweils 11.000 € Mehreinnahmen bei der Pacht pro Anlage und ein Plus von rund 15.000 € jährlich bei der Gewerbesteuer bedeutet. Zusätzlich erhöht sich für die Gesellschafter der kommunalen Energie-GmbH und für die Bürger der Region über die Energiegenossenschaft die Rendite. Weiterhin sieht der neue EEG-Entwurf 2021 die Beteiligung von Nachbarkommunen an der Wertschöpfung des Windparks als Möglichkeit vor (über einen Anteil der Einspeisevergütung gem. § 36k EEG). Die Windräder des 2015 gebauten Mattenbergs haben 3 MW Leistung auf einem 149 Meter hohen Turm. Die drei Räder im Bürgerwindpark Hirzenhain haben jeweils 800 Watt auf einem 70 Meter hohen Turm. Somit ersetzen die zwei neuen „Windmühlen“ mehr als ein Dutzend der älteren Räder.
  7. Letzte Energiesprechstunde: Am 30. November ist Jürgen Kotz letztmals ab 14 Uhr im Rathaus als Ansprechpartner vor Ort. Der Maurermeister und Energieberater aus Bad Endbach ist der Regionalpartner der Hessischen Energiesparaktion und bietet die kostenlose Erstberatung an. Anmeldungen werden im Rathaus vormittags unter (02774) 915-228 und per E-Mail an energie@eschenburg.de angenommen.
  8. Stiftung für Eschenburg: Das Stiftungskapital beträgt 15.427 €. Dieses setzt sich zusammen aus dem Kapital der Gemeinde Eschenburg, der Zustiftung der Sparkasse und einer ersten Zustiftung in Höhe von 512 €. An Spenden sind 5.000 € von der Sparkasse und 2.000 € von den Kinderkleiderbörsen der „Wühlmäuse“ gekommen, die zweckgebunden für Eschenburgs Spielplätze sind.
  9. Neue Altkleidercontainer fürs Rote Kreuz: In guten Zeiten sind von kommerziellen Unternehmen 8.000 € an die Gemeinde bezahlt worden für zehn Container-Standorte für Altkleidersammlung. Nach Preisverfall und Corona wurden zuletzt nur noch 90 € jährlich pro Platz geboten. Das Deutsche Rote Kreuz in Dillenburg, das bereits am Dienstleistungszentrum und am Bauhof Container aufstellen durfte, übernimmt nun auch die anderen Standorte unentgeltlich, kontrolliert aber dafür die Stellplätze zweimal wöchentlich.
  10. Winterzeit am Wertstoffhof: Vom 1. November bis 31. März hat der Wertstoffhof nur samstags von 9 bis 11:30 Uhr geöffnet. Die Einrichtung der Abfallwirtschaft Lahn-Dill wird auf dem Gelände des Gemeinde-Bauhofs (Auf der Rütsche 31) betrieben und nimmt Holzabfälle, Grünschnitt, Metallschrott, recyclefähigen Bauschutt, Pappe, Tintenpatronen und Tonerkartuschen kostenfrei an. Angeliefert werden darf nur mit Pkw und Pkw-Kombi. Zu den Corona-Regeln gehört, dass die Fahrzeuge so auf den Platz gelassen werden, dass die Sicherheitsabstände eingehalten werden.
  11.  Abfallentsorgung am Bauhof: Auch mit einem Anhänger können Grünschnitt, Elektro-Großgeräte und Restmüll in Säcken am Bauhof angenommen werden. Dafür ist zuvor ein Termin während der Dienstzeiten mit dem Bauhof auszumachen. Telefonnummer (02774) 917-358.
  12. Renaturierung Dietzhölze: Die Erd- und Wasserbauarbeiten sind an die Firma DBA-Paul GmbH & Co. KG (Mittenaar) zum Brutto-Preis von 221.403 € vergeben worden. Aus dem Programm „100 wilde Bäche“ fließen 222.950 € ins Vorhaben.
  13. Obstbaum-Paten gesucht: Wir vermitteln das Nutzungsrecht zu Obstbäumen auf Gemeindegrundstücken. Für das Gewerbegebiet „Heerfeld“ haben wir als Ausgleich 79 Obstbäume angelegt, die in der Eiershäuser Gemarkung „Winkel“ (oberhalb der Geflügelzucht-Anlage) gute Früchte tragen sollen. Für eine Baumpatenschaft ist das Motto „Wer pflegt, darf ernten“. Für die Patenschaft schließen wir eine schriftliche Pflegevereinbarung ab, mit der die Pflegepflicht und das Ernterecht vereinbart werden. Interessenten können sich im Bauamt der Gemeinde Eschenburg bei Thomas Treupel melden, E-Mail: t.treupel@eschenburg.de und Telefon (02774) 915-106. Im kommenden Jahr möchten wir auch „Gelbe Bänder“ vermitteln für Obstbäume, die geerntet werden können.
  14. Regionalbudget: In diesem Jahr haben wir 15 Projekte über das Regionalbudget fördern können, die im Laufe der letzten Wochen umgesetzt wurden und derzeit abgerechnet werden.  Das Regionalbudget ist ein gutes Förderinstrument für kleinere Projekte (zwischen 1.000,– und 20.000,– €) und deshalb wird die Fördermöglichkeit auch im nächsten Jahr wieder angeboten. Das Angebot ist auch interessant für Vereine, die Interesse an einer Förderung haben könnten und auch über die nötigen Eigenmittel verfügen. Die sind bei Regionalbudgetprojekten ja überschaubar, da die Förderquote 80% beträgt.  Auf eine konkrete Vorgabe sei an dieser Stelle noch einmal hinweisen: Ersatzbeschaffungen und reine Sanierungsmaßnahmen sind nicht förderfähig, wenn mit der Maßnahme keine Funktionserweiterung verbunden ist. Alle Informationen sind im Internet unter www.region.lahn-dill-bergland.de/foerdermoeglichkeiten/regionalbudget zu finden.

Behandlung der Beschlüsse:

  1. Übungsräume für Chorproben der Eschenburger Chöre und Posaunenchöre in Corona-Zeiten (Beschluss der Gemeindevertretung vom 03.09.2020): Der Auftrag ist abgearbeitet. Mit der Regelung „Jeder desinfiziert vor der eigenen Nutzung“ konnten die Vereine in die Gemeinschaftshäuser. Der Gemeindevorstand hat beschlossen, den Obolus der drei Gesangvereine in Wissenbach, Hirzenhain und Simmersbach für deren Vereinsräume herunterzusetzen, während diese nicht genutzt werden konnten.
  2. Entschärfung der Unfallgefahr auf der B 253 (Beschluss der Gemeindevertretung vom 06.10.2016): Der „Offene Brief“ ist weitergegeben worden an Verkehrsminister, Landrat und Hessen Mobil mit der Bitte, die Ängste ernst zu nehmen, eine Ampel könne zu Staus führen und die Situation nicht verbessern. Bereits Mitte August sind die beiden Nachbarkommunen über das Bemühen der Gemeindevertretung um einen Kreisel schriftlich informiert worden.

Eibelshausen:

  1. Hessen Mobil saniert die Brücke an der Kreisstraße 7. Durch diese Baustelle ist Eibelshausen für mehrere Monate „geteilt“. Die Umleitungen über die Brücke am Marktplatz und auf dem Wiesenweg nur in Richtung Eiershäuser Straße sind nicht für Lkw geeignet. Die Halteverbote im Wiesenweg sind unbedingt zu beachten, die Bus-Linie bekommt sonst an der Apotheken-Ecke immer wieder Probleme und muss sonst den Betrieb einstellen. Die Fußgängerampel beim Blumenhaus ist außer Betrieb und wird durch Fußgängerampeln an der Baustelle ersetzt.
  2. In der Hauptstraße werden acht Bäume entfernt werden müssen, weil sie auf der Gasleitung stehen. Beim Bau eines Hausanschlusses wurde festgestellt, dass die Wurzeln bereits die Hochdruckleitung stark deformiert haben und die Gefahr von Leitungsschäden steigt. Der Ortsbeirat ist gebeten worden, nach Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen.
  3. Die Urnenstelen auf dem Friedhof Eibelshausen sind bis auf 4 Plätze belegt, wovon ein Platz bereits reserviert ist. Allein im Jahr 2020 wurden sieben Plätze neu belegt. Aus diesem Grund werden wir zwei weitere Stelen mit 7 Plätzen erwerben. Die Kosten in Höhe von rd. 4.200 € sind bereits im Nachtrags-Haushalt eingeplant.
  4. Der Straßenendausbau im Wohngebiet „Dombachseite“ konnte fristgerecht nach einer Bauzeit von einem halben Jahr fertiggestellt werden.
  5. Am neuen Bolzplatz an der Straße „Im Dombach“ wird noch ein Stabgitterzaun durch den Bauhof in den nächsten beiden Wochen errichtet.
  6. Die grundhafte Erneuerung der Bornstraße konnte Anfang Oktober fertiggestellt werden.
  7. Mit dem Angelsportverein Eschenburg-Eibelshausen verlängern wir den Fischereipachtvertrag über das Grundstück in der Gemarkung Eibelshausen, Flur 8, Flurstück 240 für 30 Jahre zu den bewährten Bedingungen.

Hirzenhain:

  1. Die Erneuerungsarbeiten in der Friedhofshalle sind bis auf Kleinigkeiten umgesetzt. Zuletzt ist die neue Beleuchtung montiert und angeschlossen worden.
  2. Bis zum 20. November plant Hessen Mobil eine Vollsperrung zwischen Hirzenhain und Lixfeld. Die Kreisstraßen K 100 und K 30 werden grenzübergreifend saniert. Die Umleitung läuft über Hirzenhain/Bahnhof.
  3. Die Sanierungsarbeiten in der Kita “Raupe Nimmersatt” am Bahnhof sind abgeschlossen. Der Waschraum hat einen neuen Fliesenbelag des Bodens erhalten, zudem wurde die Zwischentür im Flurbereich erneuert.
  4. In der Bussardstraße kann das Grundstück mit der Hausnummer 27 verkauft werden. Die flachen Wohnbaugrundstücke in Hirzenhain/Bhf. sind mit ihrer kompakten Größe zwischen 450 bis 700 m2 und rd. 61 €/m2 Komplett-Kaufpreis derzeit nachgefragt vor allem für Bungalows.

Wissenbach:

  1. Der An- und Umbau der Kita ist bis auf wenige, kleine Restarbeiten fertig. Die Einrichtung ist seit 5. Oktober wieder in Betrieb. Die Neugestaltung kann sich sehen lassen, haben sich Gemeindevorstand und Ortsbeirat überzeugt. Noch nicht einverstanden sind wir mit den Zuschüssen: Der Kreis setzt die verschiedenen Investitionsprogramme um. Beantragt hatten wir 90 % der bei Antragstellung bekannten Investitionskosten. Statt der 243.000 € sollen wir, wie andere auch, nur 50 % davon bekommen, also 121.500 €. Der Gemeindevorstand hat beschlossen, beim Kreis auf eine für alle Antragsteller gleiche Förderquote zu drängen. Einige Neubauten erhalten die volle Förderung in Höhe von 90 %.
  2. Viel Eigeninitiative für Kunstrasen zeigt der SSV Wissenbach, der nun auch mit weiteren Spenden die Finanzierung aus eigener Kraft angeht und von der Gemeinde Eschenburg künftig mit einem Zuschuss auf die Tilgung eines Darlehens zu unterstützen sein soll. Nach der namhaften Einzelspende über 100.000 €, die für das Projekt die Perspektive eröffnete, sollen nun auch alle 5.208 m² des Platzes an Spender „verkauft“ werden. Die prominentesten Punkte an Mittelpunkt, Elfmeter und Eckfahnen sollen bei der Eröffnung unter allen Spendern verlost werden.
  3. Die vorbereitenden Arbeiten (Herstellung Stromanschluss usw.) für die neue Geschwindigkeitsmessanlage sind abgeschlossen.
  4. Immer mehr Baulücken werden bebaut. So laufen aktuell zwei Bauvoranfragen für einen Wohnhausneubau in den Stichwegen der Elisabethenstraße und Bezirksstraße jeweils in Richtung Wiesengrund.
  5. Baggerarbeiten auf einem Privatgrundstück haben Schäden an der Bombergstraße in Höhe von 2.500 € verursacht. Dafür werden wir Schadenersatz einklagen.
  6. Eine neue Friedhofswärterin konnte gefunden werden.
  7. Straßenunterhaltungsarbeiten durch die Fa. Grimm laufen in der Frohnhäuser Straße.

Simmersbach:

  1. Die ev. Kindertagesstätte hat seit 1. September eine neue Betriebserlaubnis. Das Landesjugendamt genehmigt nun mit der Waldgruppe insgesamt drei Gruppen an der Kita mit bis zu 65 Plätzen. In eine Regelgruppe (25 Plätze) können Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahre kommen. In einer altersübergreifenden Gruppe mit 20 Plätzen werden auch schon Kinder ab dem zweiten Geburtstag aufgenommen. In die Waldgruppe, die ihr Domizil am Festplatz hat und den „Spielplatz“ im Wald dahinter, können 20 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahre kommen. Mehr Informationen und eine „Kita-Ampel“ für freie Plätze unter www.kita-eschenburg.de im Internet.
  2. Am Bolzplatz wird das zweite Fußballtor alsbald aufgestellt.
  3. Der Bauhof montiert derzeit den Windschutz an den Friedhofshallen Simmersbach, Wissenbach und Eiershausen.
  4. In der Friedhofstraße im Bereich des Gemeindehauses werden Straßenunterhaltungsarbeiten durch die Fa. Grimm ausgeführt.
  5. Sarah Reh ist das neue Mitglied im Ortsgericht IV (Simmersbach, Roth). Sie folgt Otto Wagner, der vom Amtsgericht nach 40 Jahren verabschiedet wurde.

Eiershausen:

  1. Die Feuerwehr Eiershausen wird die drei Räume im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses übernehmen und als Unterrichtsräume nutzen, nachdem die VR Bank Lahn-Dill eG ihre Zweigstelle dort aufgegeben hat.
  2. Der Innenanstrich im Dorfgemeinschaftshaus ist abgeschlossen. Es fehlen noch die neuen Möbel für den „Ausschankraum“.
  3. Straßenunterhaltungsarbeiten durch die Fa. Grimm laufen am Friedhofsparkplatz.
  4. Am Regenrückhaltebecken fürs Gewerbegebiet Heerfeld, für das 3.500 cbm Erdmaterial bewegt wurden, fehlt nur noch die Einzäunung.

Roth:

  1. Unterhalb der bebauten Ortslage in Richtung Achenbach wurde durch unsere Vertragsfirma ein Feldweg instandgesetzt.
  2. Zur Arrondierung der Bodenhaltung des Bio-Betriebs Klein konnten zwei Grundstücke verkauft werden mitsamt einer Auflage, die nun vom neuen Besitzer zu erfüllen ist: Hier sind noch 14 Obstbäume zu pflanzen und zu pflegen als Ausgleich für das Baugebiet „Eckeweg“.
  3. Die grundhafte Erneuerung des „Friedhofswegs“ im vergangenen Jahr hat 130.548,31 € gekostet, wovon die Gemeinde 25 % übernimmt. Die Anlieger haben als Straßenbeitrag nun 6,86 € pro m² zu zahlen. Bei der Anliegerversammlung waren wir vorher von 6,75 € ausgegangen.

Gemeindewerke

  1. Die in dem grundwasserverseuchenden Abschnitt der Straße „Am Baldusacker“ vorhandene Trinkwasserleitung wurde auf einer Länge von 70 m ausgetauscht.
  2. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Ursache der Grundwasserverunreinigung auf einen in 1997 stattgefundenen Dieselunfall auf dem Tankstellengelände zurückzuführen ist. Hier sind nun die Behörden gefragt.
  3. Die Bauarbeiten an der Trinkwasser- und Abwasserleitung in der Nebenstraße sind fertiggestellt.
  4. Die Kanalsanierung in der Laaspher Straße mittels „Inlinerverfahren“ konnte Mitte September fertiggestellt werden.
  5. Die Kanalbauarbeiten in der Bergstraße haben Ende September begonnen und werden voraussichtlich bis Ende November andauern.

Abwasserverband „Obere Dietzhölze“

  1. Planungsauftrag für Kläranlagenerweiterung: In einem Verhandlungsverfahren ist ab April die Planung der Kläranlagen-Erweiterung ausgeschrieben worden. Die vier Bewerber wurden gemeinsam mit dem Ingenieur-Büro Hydrosoft sorgsam an die Aufgabe herangeführt und um detaillierte Angebote gebeten. Zum Angebotspreis von 484.028,84 € brutto hat nun die Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann + Partner (Thür) den Auftrag, die Erweiterung der Kläranlage Eibelshausen im Detail zu planen. Das zweitgünstigste Angebot lag bei 516.000 €.
  2. Grundstückseigentümer informiert: Was eine zukunftsfähige Erweiterung der Kläranlage bedeutet, konnte nun den „Nachbarn“ erläutert werden. Das 2019 beschlossene Bauprogramm, das Wertgutachten über 3,90 €, den Grünland-Bodenrichtwert von 1,00 € je Quadratmeter und die Karte des Überschwemmungsgebietes wurde den Anliegern erläutert. Der Vorstand des Abwasserverbandes hat für die Verhandlungen beschlossen, Flächen für Erweiterung, Tausch und Ausgleich anzukaufen für 6,50 € unter der Maßgabe, dass die Erweiterung genehmigungsfähig ist. Das ist der Wert, der für die bisherigen Erweiterungen gezahlt worden ist (z. B. Klärschlammvererdungsanlage, Stauraumkanal).
  3. Unfallschaden repariert: Bei dem schweren Verkehrsunfall am 01.02.2020 ist an der Kläranlage der Zaun und das Haupttor zerstört worden. Den Schaden in Höhe von etwa 30.000 Euro übernimmt unsere eigene Versicherung Vivus.
  4. Kreis prüft 2010: Die Prüfer des Kreises haben Mitte September mit der Prüfung der Jahresrechnung 2010 begonnen und diese weitgehend abgeschlossen. Wir warten noch auf den Bericht der Revision.

Zweckverband „Mittelpunktschwimmbad Dietzhölztal“

  1. Vorübergehend geschlossen: Deutschlandweit schließen bis zum Monatsende (30. November) Einrichtungen wie das Freizeitbad „Panoramablick“, damit das Augenmerk auf diejenigen gerichtet wird, die mit ihrem Verhalten die Verbreitung des Virus fördern und nicht verhindern. Wir möchten, dass ab 1. Dezember wieder alle kommen können – nur das Virus nicht. Über die Internet-Adresse https://www.freizeitbad-panoramablick.de/corona sowie über Facebook und Google halten wir unsere treuen und zuverlässigen Badegäste auf dem Laufenden.
  2. Nachtrag: Die hundert Tage Schließung von März bis Juni hatten bereits Einbußen in Höhe von mehr als hunderttausend Euro bei den Umsatzerlösen bedeutet. Im Nachtrags-Etat lässt sich das nur durch vielerlei Einsparungen und Anstrengungen darstellen. Ob das Zahlenwerk nach dem geplanten Beschluss nun wegen der neuerlichen „Pause“ im November noch einmal aktualisiert werden muss, ist noch zu klären.
  3. Haushalt mit Landeshilfe: Das Volumen von 1,226 Mio. € ist nicht auffällig, aber 2021 planen wir – mit 80.000 € Zuschuss aus dem hessischen Förderprogramm SWIM – unser bisheriges Bauprogramm ein Jahr früher als geplant abzuschließen. Der Haushalt soll deshalb am 25.11.2020 von der Verbandsversammlung beschlossen werden, damit die Planungen konkret werden können.
  4. Kreis prüft 2010: Die Prüfer des Kreises haben Mitte September mit der Prüfung der Jahresrechnung 2010 begonnen und diese weitgehend abgeschlossen. Wir warten noch auf den Bericht der Revision.
  5. Förderverein fördert: Im Außenbecken sind drei Scheinwerfer der Unterwasserbeleuchtung defekt. Ein neuer Scheinwerfer würde netto rund 1.000 € kosten ohne Zubehör. Alternativ könnten nach zehn Jahren alle acht Lampen in den bestehenden Gehäusen getauscht werden. Der Förderverein wird die Kosten in Höhe von knapp 6.000 € aufbringen, haben Stefan Nadler uns seine Mitstreiter zugesagt.
  6. DLRG Aartalsee neuer Partner: Mit der DLRG Aartalsee geht das Freizeitbad „Panoramablick“ eine Partnerschaft ein. Für Trainingszeiten werden hier Kurse („Seepferdchen“, Rettungsschwimmer) angeboten und Dienste übernommen.

 

Vollsperrung: Brücke am Kreisel in Eibelshausen wird ab Montag Baustelle

Ab 5. Oktober wird Eibelshausen durch die Baustelle „geteilt“

Für den Lahn-Dill-Kreis beginnt Hessen Mobil am 5. Oktober mit der grundhaften Sanierung der Brücke (K 7) am Kreisel in Eibelshausen, über den die L 3043 ins obere Dietzhölztal führt. Damit ist nicht nur die Nassauer Straße (K 7) gesperrt und Eibelshausen „geteilt“. Weil Teile der Brücke bis in die Fahrbahn ragen, wird es während der Bauzeit eine halbseitige Sperrung geben und der Verkehrs wird mit einer Baustellenampel geregelt. Nicht nur Ortskundige werden gebeten, andere Wege zu finden. Die Brücke am Marktplatz bleibt die einzige Verbindung in beide Richtungen, ist aber dann ein „Nadelöhr“: Fahrzeuge über 3,5 Tonnen dürfen nicht über die Brücke fahren. Und in der Dammstraße ist eine Behelfs-Bushaltestelle eingerichtet. Für die Umfahrung der Busse sind im Wiesenweg und „Im Hof“ Halteverbote zu beachten. Sehen Sie hier den kompletten Beschilderungsplan vom 01.10.2020.

Zum 310.000 € schweren Sanierungs-Projekt informiert der Lahn-Dill-Kreis mit einer Pressemitteilung hier.

Welche Busse fahren wo, wie und wann, ist beim Verkehrsverbund VLDW zu finden.


Wenn die Brücke am Kreisel saniert wird, ist Eibelshausen mehrere Monate „geteilt“

Mehrere Monate gesperrt: Die Brücke am Kreisel in Eibelshausen muss saniert werden. Wer Richtung Rathaus, Schulen, Bürgerhaus, Friedhof, Schwimmbad, Fußballplatz und Stadion möchte, nimmt schon an der Bundesstraße B 253 die zweite Abfahrt nach Eibelshausen.

Die Brücke am Kreisel in Eibelshausen muss grundhaft saniert werden. Das haben Kreis und Hessen Mobil schon seit längerem angekündigt, aber noch nicht genau mitgeteilt. Über mehrere Monate wird die Brücke, die die Landesstraße L 3043 durch Eibelshausen und die Kreisstraße K 7 verbindet, gesperrt sein müssen. Und wenn sich der Verkehr auf Gemeindestraßen seinen Weg sucht, gibt es da nur wenige Möglichkeiten. Die Gemeinde plant folgende Regelungen für die Zeit der Vollsperrung am Anfang der Nassauer Straße, wo die L 3043 und die K 7 an der Brücke aufeinandertreffen.

Weil zwei Haltestellen für die Busse verlegt und verändert werden müssen, sind andere Stellen mit Halteverboten zu belegen: Die Umsteige-Haltestelle am Marktplatz wird teils in die Dammstraße verlegt werden. Und die bestehende Haltestelle in der Hauptstraße vorm Haus Schulz wird verlängert, damit dort zwei Busse hintereinander halten und die Fahrgäste umsteigen können.

Deswegen müssen sich alle anderen auch unbedingt ans Halteverbot halten: Ein „Ich will doch nur mal grade Brötchen holen“ kann den Verkehrs-Kollaps bringen. Weil die Haltestellen in der Dammstraße und in der Hauptstraße angefahren werden müssen, kurven die langen Busse im Karree: Aus der Hauptstraße den Wiesenweg hinunter, über den Hof rüber zur Dammstraße und wieder hoch zur Hauptstraße. Gerade im Wiesenweg und im Hof geht es eng zu, weshalb dort dann absolutes Halteverbot gilt.

Am Kreisel stehen Wegweiser, die auf Rathaus, Schulen, Bürgerhaus, Friedhof, Schwimmbad, Fußballplatz und Stadion hinweisen. Wer diese Ziele hat, sollte am besten schon an der Bundesstraße B 253 die zweite Abfahrt nach Eibelshausen nehmen. Denn mit der Baustelle an der Brücke ist Eibelshausen entlang der Dietzhölze geteilt. Die eine Brücke zwischen Marktplatz und Dammstraße wird das Nadelöhr. Und die „Backesbrücke“ dürfen nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gewicht nutzen.

Nur für Pkw und auch nur in eine Richtung wird die Brücke im Wiesenweg zur Entlastung geöffnet. Die Einbahnstraße führt darüber aber nur in Richtung Eiershäuser Straße. Die Wiesenweg-Brücke wird auch nur für die Dauer der Baustelle als „Schleichweg“ dienen können und ist vom Gewicht her auf maximal 2,8 Tonnen zu begrenzen.

Wann die Brückensanierung beginnt, wird Hessen Mobil mitteilen. Bitte beachten Sie zwingend und dringend die Beschilderung.

Kurven im Karree: Damit die Busse die Haltestellen in der Hauptstraße und in der Dammstraße anfahren werden können, müssen sich die übrigen Verkehrsteilnehmer unbedingt an die Halteverbote am Wiesenweg und auf dem Hof halten.

 

 

 

„Hinterländer Mountainbiker“ gelingt der Heimritt nach Hessen

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren und am 5. Mai an der Philippsbuche ankommen, die als Erinnerung an das Ereignis bei Simmersbach steht.

Hinterländer Mountainbiker sind auf dem Weg

Die Hinterländer Mountainbiker sind seit Mittwoch (27. August 2020) auf dem „Heimritt“ und bewegen sich auf den Spuren von Landgraf Philipp von Belgien nach Hessen. Der Landesvater ist 1552 auf dieser Route für damalige Verhältnisse nachhause geeilt, nachdem er fünf Jahre in Gefangenschaft gewesen war. Die Pedalritter erwartet zuhause kein Kerker und auch keine Quarantäne, denn die fünf haben sich von Risikogebieten fern geblieben und haben Abstand gehalten, aber der „Empfang“ heute am Samstag (29. August) wird zu einer Corona-Demonstration FÜR die Regeln von Abstand und Anstand. An der Philippsbuche, die heute noch an die Rückkehr des Landgrafen erinnert, warten Posaunenchor, Verschönerungsverein und Bürgermeister, um die „Histo(u)riker“ wohlbehalten zurück willkommen zu heißen.

Wir lesen im Tagebuch der Tour:

1. Etappe: Von Löwen nach Heerlen August 2020

„Andere Länder andere Sitten“

Unser Startpunkt heißt Löwen (Leuven), die lebendige, flämische Universitätsstadt ca. 20 km westlich von Brüssel am Ufer der Diyle gelegen. Wir sind völlig überrascht von der Konsequenz, was die Maskendisziplin und das Hygienekonzept in unserem Hotel angeht. Hier trägt JEDER eine Maske und das mit gutem Grund, denn die Strafen sind drakonisch. Für uns bedeutet das, dass das auch auf unseren bikes in Städten für uns gilt. Wir starten pünktlich um 9 Uhr am Stadhuis (Rathaus), einem der schönsten gotischen Gebäude Belgiens. Schon vor 21 Jahren suchten wir hier im Archiv nach Hinweisen auf den Ort, an dem Philipp zuletzt gefangen gehalten wurde, nachdem er am 19.05.1547 nach verlorenem Schmalkaldischen Krieg von Herzog Alba über Süddeutschland zunächst nach Oudenbarde und schließlich am 29.05.1550 nach Mechelen gebracht wurde. Mit neuester Kameraausrüstung und unseren brandneuen BULLS Sonic e-bikes machen wir uns durch die herrliche Altstadt auf den Weg zu unserer 3-Tagestour. Vor 21 Jahren brauchten wir mit unseren konventionellen bikes noch 4 Tage. Sicher ist auch das hervorragende Zweiradwegenetz ein Grund dafür, denn Rad fahren wir hier groß geschrieben.
Die Route führt uns heute, auf ungewohnt flachem Gelände (höchste Erhebungen<100m über NN) über Korbeck-lo, Boutersem, Roosbeck teilweise entlang der N3, aber auch auf malerischen Hohlwegen auf der Oude Baan (alte Straße) nach Tienen. Ab hier folgen wir den Spuren Philipps, der am 5.09.1552 nach über 5-jähriger Gefangenschaft in Begleitung eines Ehrengeleites von 300 spanischen Reitern, einigen Getreuen und mit Geleitbriefen der Erzbischöfe Köln, Jülich und Nassau in seine Heimat aufbrach.

Wir verlassen die Stadt über die Maastricht Gate, an deren Stelle heute die Kirche St. Peter steht, um nach einem Kilometer auf den ersten deutlichen Hinweis der Römerstraße zu stoßen. Tumuli heißen die drei mächtigen Grabhügel, die als Beweis für die romanische Wegeführung, die auch noch zu Philipps Zeiten genutzt wurde, dienen. Entsprechend den römischen Jenseitsvorstellungen wurden die Toten in unmittelbarer Nähe der Lebenden an den Ausfallstraßen der Ansiedlungen bestattet. Je höher Stellung und Einfluss des Toten im Leben gewesen waren, umso auffälliger war sein Grabmal und umso näher lag es an der Straße.

Kurz hinter Hakendover verlassen wir die N3 und treffen auf den „Romeinse Steenweg“ der uns, begleitet von blühenden Obstplantagen und Erbeerfeldern, schnurgerade (typisch für Römerstraßen), nur kurz von einer neuen Bahnverbindung unterbrochen, nach St. Truiden bringt. Wir folgen weiter der Römerstraße, die noch bis in die 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts als Hauptverkehrsader genutzt wurde, über Groot-Loon, Bommershoven und Piringen entsprechend mittelalterlicher Reiseberichte nach Tongeren, eine der ältesten Städte Belgiens. Bereits in der Römerzeit bestand die Siedlung Aduatuca Tungrorum von deren Stadtbefestigung heute noch Teile erhalten sind. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Onze-Lieve-Vrouwe-Kerk, eine frühgotische Kirche mit romanischem Kreuzgang. Auf der N79 verlassen wir Tongeren in nordöstlicher Richtung, bis wir in der Nähe des Galgenberges wieder auf den “Romeinse Steenweg“ abbiegen. Dem folgen wir nach Maastricht der letzten östlichen Festungsstadt der Spanier, und überqueren am Stadtrand fast unbemerkt die heutige Grenze zu den Niederlanden, wären wir nicht in Corona Zeiten unterwegs. Denn ab hier kennt man keine Maskenpflicht mehr, was uns durchaus etwas Unbehagen bereitet. Über die Meuse (Maas) gelangen wir in den Stadtteil Wyck. Obwohl Philipp hier übernachtete, ziehen wir weiter, denn unser Etappenziel heißt Heerlen. Durch den Vorort Meersen fahren wir auf Asphalt über St. Gerlach vorbei an einem von künstlichen Höhlen zerklüfteten Sandsteingebirge durch Valkenburg auf der “Steinstraße“ nach Klimmen. Nachdem wir die A79 und die A76 unterquert haben, erreichen wir endlich um 19.0 Uhr unser im Süden der Provinz Limburg gelegenes Tagesziel.

Die Fakten des Tages:
Strecke: Leuven – Heerlen 118 Km
Höhenmeter: 768 m
Schnitt: 19,8 Km/h
Nettofahrzeit: 5 Stunden 47 Minuten
Pannen: keine


2. Etappe: Von Heerlen nach Overath 28. August 2020

„Keine Wechselpferde dafür aber Wechselakkus“

Um 8.45 Uhr holen unsere Bikes wieder aus der gut bewachten und kostenlosen Fahrradgarage (Fietsenstalling) ab und verlassen das für seine Stahl -und Bekleidungsproduktion bekannte Industriezentrum in Richtung Rimburg an der Wurm. Moderne Radwege wechseln sich mit der Jahrtausende alten Römerstraße ab. Nach der Fluss Überquerung befahren wir schon deutsches Gebiet, als wir Schloss Rimburg passieren, um nach Palenberg zu gelangen. Die Grenze macht sich fast nur durch deutlich schlechter werdende Radwege bemerkbar. Über offenes Acker – und Weideland vorbei an Beckendorf, Setterich und der Burg Engelsdorf, erreichen wir nach der Ruhrüberquerung Jülich. “Ohne Römerstraße gäbe es Jülich nicht.“ Mit diesem Satz lässt sich die Bedeutung der Ost – West – Straße Köln – Bologne – sur – Mer für die ehemalige romanische Straßenstation zusammenfassen. Im Zentrum, der auf die romanische Siedlung Juliacum zurückgehenden Stadt, nimmt uns die gut bekannte B55 wieder auf und führt zu alten römischen, mittelalterlichen und preußischen Meilensteinen. Hier beginnt das größte Tagebaugebiet (8500ha) der Welt, Hambach. Den Ort Steinstraß, den unsere Reiseroute als nächste Station nennt, gibt es nicht mehr. Er wurde genau wie die B55 und somit unsere Römerstraße Opfer der Braunkohle. Ein Schurf von Archäologen 1987, 10m breit, quer durch die Wegeführung der Bundesstraße geschnitten, bestätigte die Vermutung, dass der Verlauf der B55 exakt dem Fundament der Römerstraße folgt. Reisende im Mittelalter, Landgraf Philipp und seine 300 Begleiter, aber auch Napoleon folgte noch der über 2000 Jahre alten Verkehrsader. Vor uns liegt nun die Sophienhöhe, eine künstliche Erhebung, die durch Rekultivierung der abgetragenen Bodenschichten entstanden ist. Nachdem wir den Gipfel des 293m “hohen Berges“ erreicht haben, staunen wir über die Dimensionen des Tagebaugebietes. Sicherheitstechnische Gründe hindern uns allerdings daran, der exakten Linienführung zu folgen, deshalb treffen wir nach ca. 2 Km kurz vor Elsdorf auf die alt bekannte B55. Südlich von der Kleinstadt Bergheim, die uns als Ort an der mittelalterlichen Verkehrsader bekannt ist, überqueren wir auf der K 34 die A61 und erreichen Quadtrath, an dessen Ortsrand sich Schloß Schlenderhahn befindet. Im Ort Königsdorf kreuzen wir die B55 und folgen dem Fernradweg R20 der parallel zur Bundesstraße/Römerstraße) verläuft bis Lövenich und schließlich Köln. Philipp machte hier in der viertgrößten Stadt Deutschlands, die schon zu Zeiten des Landgrafen ein wichtiges Mitglied der Hanse war, Rast. Fast wäre er schon zwei Jahre früher hier eingetroffen. Ein Biedenköpfer namens Kurt Breidenstein war es, der am 23.12.1550 aufgrund seiner guten Ortskenntnisse bis Köln, maßgeblich an einem Fluchtversuch Philipps beteiligt war. Das Unternehmen scheiterte kläglich und 6 Verbündete Philipps verloren dabei Ihr Leben. Uns standen, im Gegensatz zu Philipp damals, zwar keine Wechselpferde zur Verfügung, dafür aber Wechsel Akkus.

Und so überqueren wir, energietechnisch gut gestärkt die Deutzer Brücke. Die B55 führt uns durch den Vorort Kalk, deren Kapelle noch vor 150 Jahren alleine auf weiter Flur stand, über Hohenburg nach Brück, einer ehemaligen Zollstation des Mittelalters. Dem “stop and go“- Verkehr der endlosen, ampelgeregelten Kreuzungen entflohen, erreichen wir im Königsforst das Rheinische Schiefergebirge. Südöstlich von Refrath verlassen wir die B55 und treffen auf die Brüderstraße, auf der wir, begleitet von Hohlwegbündeln hinab nach Buchholzer Hof und weiter, den Königsforst verlassend, nach Untereschbach gelangen. Ein großes Kreuz und eine Förderstation deuten auf die unweit dieser Abfahrt gelegene Bleigewinnung bei Lüderich hin. Schon seit der Keltenzeit wurde hier das Schwermetall gewonnen. In Untereschbach queren wir das Sülztal und erreichen auf der L136 über Steinbrück Heiligenhaus. Ein herrlicher Downhill führt uns ins Aggertal zu unserem Etappenziel Overath, das schon 1064 als “Achera“ ihre erste Erwähnung fand.

Die Fakten des Tages:
Strecke: Heerlen – Overath 131 Km
Höhenmeter: 973 m
Schnitt: 19,8 Km/h
Nettofahrzeit: 6 Stunden 24 Minuten


3. Etappe Von Overath zum Staffelböll bei Simmersbach 29.08.

Empfang fast wie zu Philipps Zeiten

7.30 Uhr, heute geht’s früh los, denn wir müssen pünktlich ankommen. Über Burg, in dessen Nähe eine Mittelalterliche Wallburg den Verkehr überwachte, und Bücherhöfchen erklimmen wir nach steilem Anstieg Marialinden. Wir folgen der L 360 Richtung Landwehr und auf dem R20 weiter bis Federath. Weiter geht es auf dem X22, der uns 100 Hm hinauf, begleitet von Hohlwegen, zum Heckberg führt.

Nachdem wir die Aussicht bis in die Eifel genossen haben, führen uns des Landgrafs Spuren über Drabenderhöhe, Abbenroth und Hübender nach Oberbierenbach. Eigentlich war Philipps Ankunft für den 9. September in St.Goar geplant, kurzfristig aber über Denklingen und Siegen nach Simmersbach verlegt worden. Dem damals 43-jährigen standen dank guter Planung, an der auch diesmal der Biedenköpfer Konrad (Kurt) Breidenstein beteiligt war, Wechselpferde zur Verfügung. Wir sollten das in den drei Tagen (Philipp brauchte 6 Tage für die gleiche Strecke) nicht nötig haben. Denn BULLS bikes bereiteten uns keinerlei Probleme, im Gegenteil. Der mit dem Florentiner Kaufhaus Scarini in Antwerpen handelnde Kaufmann, genannt der „Biedenkapper“, wurde übrigens als Dank später mit dem Hof Roßbach bei Wallau belehnt.

Über Hardt erreichen wir die K17, die uns nach Rohrfeld Eiershagen bringt. Eine herrliche Abfahrt führt uns nach Denklingen, hier in der alten Burg übernachtete Philipp. Wir folgen der L-344 teilweise parallel nach Erdingen, um auf die alte Nutscheidstraße, deren alte Wegeführung noch deutlich zu erkennen ist, zu stoßen. In Erdingen angekommen, entdecken wir ein Straßenschild “Alte Römerstraße“. Obwohl wir wissen, dass es östlich des Rheins keine Römerstraße gab, ist dies doch ein Hinweis auf die alte Wegeführung, der wir bis Forsthaus Mohrenbach folgen. Hier verlassen wir den X12 halbrechts an einer Schranke auf einer rasanten Schotterabfahrt hinunter nach Weierseifen. Aus Zeitgründen lassen wir das sehenswerte, an einer Talquerung der älteren Wegeführung der Brüderstraße gelegene Wasserschloß Krottorf rechter Hand liegen. Ein beachtlicher Anstieg, von extrem tiefen Hohlungen begleitet, führt uns über die Hammerhöhe nach Hohenhain an der alten Schanze(ehemaliger Bestandteil der Siegischen Amtsheege). Am östlichen Ortsausgang ist die ehemalige Grenzbefestigung gegen Nassau noch gut zu erkennen. Nachdem wir die Kreisstraße verlassen, folgen wir dem X19 hinunter nach Freudenberg. Über Lindenburg auf der alten Landstraße erreichen wir die Anschlussstelle der A 45, und überqueren diese. Die K 6 bringt uns durch das Tal der Alchenbach über Alche und Seelbach nach Siegen, wo Philipp 25 Jahre vor der Geburt des Malers Peter Paul Rubens übernachtete. Nahe des Ortseinganges befindet sich eine Gemarkung mit dem Namen Siechhausen, ein eindeutiger Hinweis auf Wohnungen der im Mittelalter ausgestoßenen Leprakranken. Der Siegüberquerung folgt der Anstieg zum Schloss. Durchs Marburger Tor führen uns Philipps Spuren hinab ins Weißtal nach Kaan-Marienborn über Feuersbach, Flammersbach auf einem Feldweg nach Anzhausen. Ein schwerer Anstieg zum Sieg – Weiß – Kamm bringt uns zur Raute 4 Markierung. Bis oberhalb Irmgarteichen folgen wir der Raute, bleiben dann aber der von mittelalterlichen Wegespuren begleiteten historischen Route bis zur Haincher Höhe treu. Über Ewersbach und Steinbrücken erreichen wir auf steilem Anstieg am Burgberg hinauf die Philippsbuche. Wie schon am 10.09.1552 Philipp, der von seinen vier Söhnen, den Räten und sonstigen Getreuen und begleitet von 300 spanischen Reitern empfangen wird, werden auch wir natürlich in kleinerem aber feinen Rahmen erwartet. Eingerahmt von den feinen Klängen protestantischer Noten des Simmersbacher Posaunenchores werden wir von unseren Familienangehörigen, dem Ortsvorsteher, dem Verschönerungsverein und Bürgermeister Götz Konrad gebührend empfangen

Hier beenden wir und unser Gastfahrer Gerhard Pfeifer nach 350 Km unseren pannenfreien 3-Tagesausflug in die Geschichte. Philipp reiste übrigens weiter über Marburg, Homberg bis nach Kassel.

Besonderer Dank gilt besonders dem „Besenwagenfahrer“ Reinhard Balzer, sowie Heinz Blöcher, der mit großem Fleiß bei den Recherchen unterstützte.

Die kostenlosen GPS Daten, sowie unsere 42 seitige Projekt Broschüre mit Wegebeschreibung und Geschichtlichen Hintergründen finden sie auf der Homepage der HMB https://www.hinterlaendermountainbiker.de/shop/

Die Fakten des Tages:
Strecke: Overath – Staffelböll 99,96 Km
Höhenmeter: 1980m
Schnitt: 18 Km/h
Nettofahrzeit: 5 Stunden 21 Minuten
Pannen: keine


Geschichte er-fahren: Landgraf Philipps Heimritt

Schon vor über 400 Jahren stand das „Hinterland“ im Focus der deutschen Geschichte. Nicht nur Simmersbach stand im Mittelpunkt der Geschichte, auch die Ortschaft Dernbach (Bad Endbach) und ein von einem Hinterländer angeführtes „Sondereinsatzkommando“ zur Befreiung Philipps sorgten damals schon für Schlagzeilen. Vom 27. bis 29. August planen die „Hinterländer Mountainbiker“ zum zweiten Mal „Landgraf Philipps Heimritt“. Am Samstag (29. August) um 16 Uhr wollen sie in Simmersbach ankommen, wo die Philippsbuche heute noch den Schauplatz der Geschichte markiert.

Wir erzählen hier noch einmal die Geschichte und schildern den Ansatz der Radler, „Geschichte (er)fahren“ zu wollen: Nach dem verlorenen Schmalkaldischen Krieg unterzeichnete Landgraf Philipp in aussichtsloser Lage am 12. Juni 1547 seine Kapitulation und reiste nach Halle, wo er dem Kaiser die zugesagte feierliche Abbitte leistete. Entgegen den Erwartungen wurde er jedoch noch am gleichen Tag gefangengesetzt und von Herzog Alba in die Niederlande gebracht. Man erzählt, Philipp habe bei dem Fußfall gelächelt, worauf der Kaiser zornig gerufen habe: „Woll, ick sall Euch lachgen lehren!“

Kaiser Karl V., der seit 1516 spanischer König war, wurde 1519 zum deutschen Kaiser gekrönt. Er führte eine Reihe ungewöhnlicher Sitten an seinem Hof ein, unter anderem erklärte er Spanisch zur neuen Verkehrssprache. (Eine Verkehrssprache ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen, sich in Handel, Verwaltung und Wissenschaft in einer einheitlichen Sprache verständigen zu können). Daher rührt das Sprichwort, „das kommt mir Spanisch vor“.

Kerker des Landgrafen: Philipp von Hessen soll fünf Jahre lang in diesem Stadttor in Löwen (heute: Belgien) gefangen gehalten worden sein.

Landgraf Philipp schmachtete über fünf Jahre in den spanischen Niederlanden im Kerker. Nach unseren Recherchen im Stadtarchiv in Löwen (Belgien) diente das Stadttor La Porte für Philipp als Gefängnis.

Erst am 05.09.1552 wurde er von der Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat Hessen. Am Staffelböll bei Simmersbach betrat der stark gealterte und ergraute Fürst erstmals wieder hessischen Boden.

Fast wäre Philipp schon zwei Jahre früher dort eingetroffen. Denn ein Biedenkopfer namens Kurt Breidenstein (genannt der „Biedenkopper) war es, der am 23.12.1550 aufgrund seiner guten Ortskenntnisse bis Köln, maßgeblich an dem Fluchtversuch Philipps beteiligt war. Das Unternehmen scheiterte nach Verrat kläglich und sechs Verbündete Philipps verloren dabei ihr Leben. Die Haft des Landgrafen wurde nun verschärft, er durfte keine Briefe mehr absenden und kam in einen Kerker mit nur 3,5 m Länge und mit Fenstern die acht Monate vernagelt blieben.

Der Hinterländer konnte jedoch fliehen und war fast zwei Jahre später, dank seiner guten Planung, der Bereitstellung von Wechselpferden und seiner Wegekenntnis, entscheidend für die sichere Routenführung, wieder zu Hause. Dem mit dem Florentiner Kaufhaus Scarini in Antwerpen handelnde Kaufmann, wurde übrigens als Dank 1557 mit dem Hof Roßbach bei Wallau von Philipp belehnt und erhielt die Erlaubnis 1000 in Hessen gekaufte Kleider zollfrei auszuführen. Später wurde er Amtmann in Battenberg und Gießen.

Premiere: Vor zwei Jahrzehnten haben die Hinterländer Mountainbiker den Heimritt Landgraf Philipps schon einmal im Sattel nachvollzogen.

Diese spannende Geschichte hatten die Hinterländer Moutainbiker schon vor zwei Jahrzehnten mit enormen Aufwand recherchiert. Auf der Basis historischer Dokumente rekonstruierten sie den Heimweg und stiegen schließlich selbst für vier Tage in den Sattel, um mit dem Fahrrad die Geschichte zu (er-)fahren. Zum Vergleich: Philipp brauchte damals sechs Tage für die gleiche Strecke.

Die Histo(u)riker heute: Der Weg führt uns auch jetzt wieder von Löwen, wo wir (dieses Mal haben wir den BOSCH-Geschäftsführer Gerhard Pfeifer als Gastfahrer mit dabei, der uns bei unserem letztjährigen Russlandprojekt extrem unterstützt hatte) am 27. August starten werden, über St. Truiden und Tongeren in Belgien, Maastricht und Valkenburg in den Niederlanden nach Jülich in Deutschland. Wir folgen der Darstellung des Brüsseler Atlanten des Christian Grooten von 1573, die uns u. a. durch den Ort Steinstraß, also genau durch das Tagebaugebiet von Rheinbraun führt (übrigens mit 8.500 Hektar das größte Tagebaugebiet der Welt).  Auf dieser frühen Karte sind auf deutschem Gebiet nur 5 Orte genannt und markiert, einer davon ist der Hinterländer Ort Dernbach (Bad Endbach). Vor 21 Jahren erhielten wir schon einmal eine Sondergenehmigung, dieses Gebiet in Begleitung des WDR-Fernsehens zu durchqueren (dieses Mal wird es am 28. August sein), was übrigens auch eine fahrtechnische Herausforderung ist. Denn sowohl der Ort Steinstraß, wie auch die historische Wegeführung, fielen in diesem Abschnitt der Kohle zum Opfer.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker noch einmal nachfahren.

Weiter geht es dann über Köln, Drabender Höhe und Denklingen im Bergischen Land nach Siegen. Mit 87 km stellt diese Route die kürzeste Verbindung von hier nach Köln dar, die es je gab. Von Siegen aus geht es über die Haincher Höhe zu unserem Ziel Staffelböll (Philippsbuche) bei Simmersbach, welches wir am 29. August und dank unserer E-Bikes diesmal nach hoffentlich nur drei Tagen und 354 Kilometern erreichen werden. Das Fahrradmagazin „Bike BILD“ ist neben der OP und Mittelhessen.de diesmal auch wieder online in Tagebuchform mit von der Partie. Unterwegs werden wir sowohl mit unseren brandneuen „BULLS bikes“ und „Leica Action Cams“, wie auch mit einer Drohne, ausgestattet Filmaufnahmen machen. Unsere Bilder wird das Hessenfernsehen im Anschluss zu sendefähigen Ausschnitten bearbeiten. Denn schon am 1. September sind wir, übrigens nun schon zum dritten Mal, in der zweistündigen Live Sendung „Hallo Hessen“ eingeladen, um dieses Mal über unser Projekt 2020 zu berichten.

Wie schon so oft wird unser Freund und Mäzen Reinhard Balzer den Besenwagen steuern. Auch für ihn ist diese Geschichte etwas Besonderes, denn ihm wurde vor zwanzig Jahren die besondere Auszeichnung mit der silbernen Philipps-Plakette zuteil.

Es werden am 29. August bestimmt keine 4000 Besucher in Simmersbach warten wie 1952 bei der Einweihung der Gedenkstätte durch Kirchenpräsidenten Niemöller.

Dennoch würden wir uns freuen, wenn wir unsere letzten Filmaufnahmen von dieser Tour am späten Nachmittag des 29. August gemeinsam mit geschichtlich Interessierten  und Bikern an der Philippsbuche gestalten könnten.

Einweihung des Philipps-Denkmals 1952. (Bild: Heinz Blöcher)

 


„Hinterländer Mountainbiker“ starten wieder den „Heimweg nach Hessen“

Schon in der ganzen sprichwörtlichen Weltgeschichte herumgeradelt: Die „Hinterländer Mountainbiker“ hier bei ihrer Fahrt zum Fuji in Japan, beim Test auf einem Wolkenkratzer in Osaka, 160 Meter, 36. Stock.

Für die Zeit vom 27. bis 29. August planen die „Hinterländer Mountainbiker“ einen zweiten Versuch für „Landgraf Philipps Heimkehr“. Die Geschichts-Radler wollen nochmals Landgraf Philipp auf dem berühmten Heimritt aus der Gefangenschaft von Löwen bis Simmersbach folgen, wo heute noch die Philipps-Buche an dieses Ereignis des Jahres 1552 erinnert. Die Ankunft der „Pedalritter“ wird für 16 Uhr erwartet.
Es wäre zu schön gewesen, ausgerechnet in der Europa-Woche Anfang Mai auf den Spuren der europäischen Geschichte unterwegs zu sein und ausgerechnet in Eschenburg ans Ziel zu kommen. Was die „Hinterländer Mountainbiker“ ihre Tour verschieben ließ, bescherte Corona manchem Spaziergänger als unverhoffte Zeitreise.

Die Philippsbuche bei Simmersbach ist eine „Nahtstelle“ der hessischen und europäischen Geschichte. In den Landesfarben ziert sie das Simmersbacher Wappen.

„Zur Erinnerung an die Heimkehr des Landgrafen Philipp von Hessen aus 5-jähriger spanisch-niederländischer Gefangenschaft am 10.09.1552“, steht in großen Lettern in Stein gemeißelt unter dem Baum. Die Buche ist zwar nicht die erste am Standort, aber die Stelle ist verbrieft. Landgraf Philipp von Hessen, den man den „Großmütigen“ nannte, betrat hier erstmals wieder den Boden seines Heimatlandes. Er wurde am 05.09.1552 in Löwen, im heutigen Belgien, von Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat.
Die Philippsbuche ziert das Wappen der Simmersbacher, ist aber eine wichtige „Nahtstelle“ der Geschichte Hessens, Europas und auch Eschenburgs: Die Gemeinde wurde zunächst durch den freiwilligen Zusammenschluss der Dörfer Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach am 1. Oktober 1971 gegründet. Zum 1. Juli 1974 schlossen sich Hirzenhain sowie aus dem damaligen Kreis Biedenkopf die Gemeinden Simmersbach und Roth an. Damit war bereits zwei Jahre vor der hessischen Gebietsreform eine Großgemeinde mit zukunftsträchtigem Zuschnitt entstanden.
Die „Heimkehr nach Hessen“ von Löwen in Belgien zum Staffelböll bei Simmersbach haben die Hinterländer Mountainbiker schon einmal gefahren, wie sie auf ihrer Internetseite www.hinterlaendermountainbiker.de dokumentieren.  Für den Empfang der Histo(u)riker am 29. August an der Philippsbuche werden noch Ideen und Helfer gesucht.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren. Der Termin ist zwar wegen Corona verschoben, aber das wird die Hinterländer Mountainbiker nicht aufhalten.

Hinterländer Mountainbiker: Seit 1992 sind Harald Becker, Matthias Schmidt (beide Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Biedenkopf-Wallau) und Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) auf dem Bike unterwegs und wollen „Geschichte (er)fahren“. Die fünf Freunde haben schon viele geschichtsträchtige Touren unternommen. So waren sie in England auf Bonifatius‘ Spuren, wie Hannibal über die Alpen, sie radelten in China, Namibia, Brasilien, Japan und in den USA – immer mit einer besonderen Geschichte im Hintergrund und im Hinterkopf.

Der Film „Auf der Spuren der Wolgadeutschen“ (hier bei Youtube) führte mit dem jüngsten Abenteuer der Histo(u)riker nach Russland und Kasachstan.  „Genn Dach“, hallte es den fünf Freunden in Saratow freundlich entgegen. Einer Familien-Geschichte von Auswanderern folgend, trafen sie vor Ort auf Hinterländer Dialekt. Für die Kirche in Saratow war auch die Spendenaktion der Tour gedacht. Nachdem die Premiere in der Kulturscheune in Herborn rund 600 € ergeben hatte, verdoppelte der Abend im Bürgerhaus Eibelshausen die Hilfe für den Innenausbau des Gotteshauses auf 1.300 €.

Mehr Informationen über die Hinterländer Mountainbiker gibt es unter www.hinterlaendermountainbiker.de im Internet.

 

 

Gemeinsam planen fürs „Made“: „Eschenburg blüht“ heißt es 2021

Um aus dem Eibelshäuser Markt ein Eschenburger Erlebnis zu gestalten, sollte eigentlich schon in diesem Jahr unter dem Motto „Made in Eschenburg“ ein neues Konzept starten. Durch Corona verschiebt sich das Ganze und gibt uns die Chance, jetzt schon gemeinsam zu planen. Zum einen soll das Wochenende um den Samstag erweitert werden, ohne die Vereine zu überfordern. Zu den Themen-Schwerpunkten können sich Eschenburger Gewerbetreibende und Vereine ohne Standgeld für den Markt anmelden. Im Internet gibt es dafür ein Formular, um besser planen zu können.

Beim Frühjahrsmarkt gilt das Thema „Eschenburg blüht“ (8. bis 10. Mai 2021). Der Samstag soll mit einem Bürgerfrühstück ab 9 Uhr beginnen. Ab 11 Uhr läuft ein Bühnenprogramm am Bürgerhaus, für das Akteure zusammengebracht werden. „Eschenburg glüht“ ist im Herbst (9.-11. Oktober 2021) das Motto.

Das Anmeldeformular als Word-Datei hier herunterladen oder unter „Formulare“ finden (www.gemeinde-eschenburg.de/formulare). Mehr Informationen gibt es unter www.eschenburg.de/blueht im Internet.

Weitere Informationen:

Treffpunkt der Generationen: Beim „Made“ in Eibelshausen tummeln sich Jung und Alt zwischen Marktplatz und Rathaus, wie hier auf dem Foto aus 2008 erkennbar ist.

Umweltministerin Hinz überbringt Förderung für die „wilde“ Dietzhölze

Arbeits-Fluss: Hessens Umweltministerin Priska Hinz (vorne links) übergibt einen Förderbescheid über 223.000 € an Bürgermeister Götz Konrad. Von der Hessischen Landgesellschaft HLG kümmern sich Geschäftsführer Dr. Gerald Kunzelmann und Projektleiter Ingo Pfeiffer nun um die weitere Renaturierung der Dietzhölze. (Foto: Frank Rademacher)

Land gibt 223.000 € für Renaturierung des Baches

Arbeits-Fluss: Hessens Umweltministerin Priska Hinz (vorne links) übergibt einen Förderbescheid über 223.000 € an Bürgermeister Götz Konrad. Von der Hessischen Landgesellschaft HLG kümmern sich Geschäftsführer Dr. Gerald Kunzelmann und Projektleiter Ingo Pfeiffer nun um die weitere Renaturierung der Dietzhölze. (Foto: Frank Rademacher)

 „Ich freue mich, heute bereits den zweiten Förderbescheid unseres Programms ,100 Wilde Bäche‘ überreichen zu können. Mit 223.000 Euro wird die Dietzhölze in der Gemeinde Eschenburg wieder naturnah gestaltet“, sagte Umweltministerin Priska Hinz, die den Bescheid an Bürgermeister Götz Konrad übergab. Das Land Hessen übernimmt damit 85 Prozent der Kosten der Renaturierung. Auf 2,3 Kilometern sollen die Lebensbedingungen für Fauna und Flora verbessert werden.

Die Dietzhölze gehört zu vier Bächen im Lahn-Dill-Kreis, die in das Programm aufgenommen wurden. Hinz betonte, dass die Gemeinde bereits Vorarbeiten für die Renaturierung geleistet habe, mit der am Ende auch der Wasserrahmenrichtlinie der EU Rechnung getragen werden soll. Weil die Dietzhölze gleich durch zwei Naturschutzgebiete fließe, komme der Renaturierung eine besondere Bedeutung zu.

Das Projekt diene aber nicht nur dem Naturschutz, sondern leiste zugleich einen Beitrag für den Hochwasserschutz. Weil die Dietzhölze künftig wieder mehr Platz bekomme, könne sie auch mehr Wasser aufnehmen, das aber langsamer fließe. Götz Konrad berichtete, dass man sich derzeit intensiv darum bemühe, interkommunal einen Verbund zu schaffen, um gemeinsam das Hochwasserrisiko im Einzugsgebiet der Dill zu verringern. Und weil mit der Renaturierung auch ein stärkerer Bewuchs im Uferbereich der Dietzhölze verbunden sein wird, werde auch etwas gegen den Klimawandel unternommen. „Auch die Bevölkerung vor Ort profitiert von den Maßnahmen. Vielfältige Bachstrukturen bieten einen höheren Erholungswert“, verwies die Ministerin auf einen weiteren Aspekt.

Träger des Projekts ist vor Ort die Hessische Landgesellschaft (HLG) und wird betreut von Ingo Pfeiffer. Nun soll die „lineare Durchgängigkeit“ der Dietzhölze wieder hergestellt werden durch den Rück- oder Umbau von Wehren sowie Veränderung der Befestigung von Ufer und Grund. Dadurch kann sich der Bach wieder natürlich durch die Landschaft schlängeln.

Auf einer Länge von 3,2 Kilometern sind einzelne Verbesserungen vorgesehen, die beispielsweise Eisvogel, Sumpfschwertlilie und Edelkrebs noch bessere Lebensbedingungen geben.

Im Lahn-Dill-Kreis sollen neben der Dietzhölze noch der Aubach, der Wetzbach und der Welschbach renaturiert und damit wieder „wilder“ werden.