Am 11.12.20925 in der Sitzung der Gemeindevertretung ist der Beschluss des Haushaltsplans für das kommende Jahr 2026 auf der Tagesordnung. Die letzte Sitzung im Jahr ist – wie jede andere Sitzung der Gemeindeveretretung auch – öffentlich. Los geht es ausnahmsweise bereits um 18 Uhr im Bürgerhaus Eibelshausen (Jahnstraße 3).

Als Entwurf hatte Bürgermeister Götz Konrad den Haushalt 2026 am 13.11.2026 in der Sitzung der Gemeindevertretung in die Beratungsfolge der Gremien eingebracht. Danach ist das Zahlenwerk, in nicht nur Ausgaben und Einnahmen an Geld, sondern alle Aufwendungen und Erträge geplant werden, ausführlich in den Gremien der Gemeinde beraten wprden. Im digitalen Sitzungsdienst kann man den Verlauf der Beratung nachvollziehen.  Zu den Terminen findet man vorhger die Vorlagen zur Beratung und hinterher die Protokolle der Sitzungen.

Wir berichten an dieser Stelle (www.gemeinde-eschenburg.de/haushalt2026 ) über den Fortgang der Beratungen.

Haushalt 2026: Ziele sehen statt Zweifel säen

Mit dieser Rede hatt Bürgermeister Fötz Konrad den Entwirf des Haushalts 2026 vorgestellt:

SOPO Abschreibung
2026 2025 2024 2026 2025 2024
Wasser 242.000 € 200.000 € 190.000 315.000 € 323.600 € 350.000 €
Abwasser 205.000 € 235.000 € 220.000 379.300 € 373.000 € 375.000 €
Straße 279.000 € 281.300 € 270.000 415.000 € 447.500 € 380.000 €
Gesamt 726.000 € 716.300 € 680.000 € 1.111.326 € 1.144.100 € 1.105.000 €

Herr Vorsitzender, meine sehr geehrte Damen und Herren,

den Haushalt haben wir am 10.11.2025 im Entwurf festgestellt und bringen ihn heute in die Beratung ein. Er kann, es muss besser werden!

Das Defizit liegt bei 2,9 Mio. €. In der Beratung eine Woche vorher waren es noch 2,5 Mio. €

In der Zwischenzeit hat der Kreis seinen Haushalt eingebracht, der hauptsächlich durch Kreis- und Schulumlage aus den Kommunen finanziert wird.

Diese geplante Erhöhung der Gesamt-Umlage des Kreises um 5 Prozent-Punkte auf 58 % macht für Eschenburg 911 TE mehr aus, die wir an den Kreis zu zahlen haben.

Diese 58 % sind eingerechnet in die Fehlbeträge der Folgejahtre. Wir müssten heute schon die Grundsteuer vervierfachen.

Unsere Steuersätze sind nicht angehoben, aber wir werden sie im Blick behalten. Kreis, Land und Bund sollten erst mal was mit Substanz für die Kommunen tun, ehe wir sie mit unserer Steuer versorgen.

Denn: Von der Gewerbesteuer bleiben uns 20 % hier und von der neuen Grundsteuer haben wir mit 42 % weniger als zuvor.

Wie katastrophal die Kommunalfinanzen werden, sieht man an unserem Ergebnis in der Vorschau. 11,5 Mio. € Ergebnisrücklage reicht nicht, die Fehlbeträge bis 2029 auszugleichen. Das Polster ist platt.

10 Mio. € Zahlungsmittel fehlen

Wir sehen 11 Mio. € Schuldenzunahme in zwei Jahren. Eine Verdopplung, die den Rekordschuldenstand nach der Wirtschafts- und Finanzkrise übertrifft.

2018 hatten wir 9,5 Mio. € Liquiditätskredite. Davon haben wir 3 Mio. aus eigener Kraft abgebaut, den Rest über hat das Land mit der HessenKasse übernommen.

Im Vorbericht ist alles ausführlich und verständlich erklärt, z. B. wie die Personalkostensteigerung in den Jahren 2023 und 2024 zustande kam.

Auch der „Verschiebe-Bahnhof“ KFA wird erklärt, bis man sehen kann: Ja, der Kommunale Finanzausgleich (= Kommunales Geld, das vom Land verteilt wird), steigt an. Nur wäre er höher ansteigen müssen, wenn das Land nicht 2025 in den KFA eingegriffen hätte.

Wie in kaum einer anderen Kommune, haben wir die Bauprogramme und den Stellenplan vorab zwei Ausschüssen vorgestellt. Wer nicht dabei war, findet die Erläuterungen im Vorbericht des Haushalts 2026. Und den Haushalt 2026 findet man im Internet, wo wir auch die jetzt anstehenden Beratungen transparent machen.

Welche Gedanken wir uns in Vorstand und Verwaltung gemacht haben, klang bereits in den Bauprogrammen an (Beispiele):

  • Wirtschaftswege nicht mit Asphalt ausbessern, sondern Abfräsen und Absanden
  • Wenn die Mehrzweckhalle neue Stühle erhält, kommen die brauchbaren an andere Stellen
  • Nachtlampen mit dimmbaren LED sparen in der Straßenbeleuchtung, aber Solarlampen an Wirtschaftswegen und Radwegen sollten wir uns überlegen.
  • Weitere Mähroboter nach den guten ersten Erfahrungen

Die größeren Investitionen haben wir auch in den Ausschüssen vorgestellt und im Vorbericht erläutert (z. B.):

  • Moderne Wärmeversorgung fürs Rathaus und Bürgerhaus, womöglich mit Anbindung der Kita „Neue Mitte“
  • Die Kita „Neue Mitte“ fertigbauen
  • Der Umbau der Praxisräume am Marktplatz zum Gesundheitszentrum
  • Das Feuerwehrgerätehaus in Simmersbach

So manches Projekt ist auch erst mal Pause, derweil unser „Polster“ platt ist. Gerne können weitere Ideen geschmiedet werden, es darf halt nicht viel kosten und die Aufwandseite belasten. Das haben wir in Eschenburg immer wieder hinbekommen. Wir haben mehr auf Lager als im Schaufenster.

Plakativ werden wir dieser Tage als Kommunen im Kreis nur mal beim Thema Kindertagesstätten. Die Kitas kosten, aber ich will hier bewusst nicht von Defizit reden, sondern wir haben einen Deckungsbedarf für insgesamt 3,4 Mio. €.

Wenn wir in der nächsten Woche mit allen 23 Städten und Gemeinden des Lahn-Dill-Kreises ein Ortsschild für die Kommune und eine Zahl für die Kitas hochhalten, wird für Eschenburg noch der Wert für 2025 stehen. Das sind 3,2 Mio. €. In den ganzen LDK-Kommunen sind es zusammen aktuell 90 Mio. €.

Und das Verblüffende: In jeder Kommune ist der Deckungsbedarf für die Kitas so hoch oder höher wie das Defizit im Haushalt.

Wie auswegslos unsere Lage dabei ist, haben wir in Eschenburg erlebt, als wir die Gebühren anpassen wollten. Aus der Haushaltssicherung heraus hatten wir einmal das Ziel formuliert, dass die Eltern 20 % der Finanzierung beitragen sollen über die Betreuungsgebühr. Das ist ausgerechnet wegen der unauskömmlichen Landesförderung nicht so leicht möglich, denn dann hätten wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Deshalb hat diese Gemeindevertretung eine Gebührenerhöhung abgelehnt. Das Thema ist damit vom Tisch, aber nicht aus dem Haushalt.

Hier müssen Land und Bund endlich von der Symbolpolitik zu einer Substanzpolitik kommen.

Und bitte nicht vorschnell ein neues Förderprogramm auflegen, bei dem wir – wie immer öfter ganz leicht zu errechnen – mehr Steuer zahlen als Förderung erhalten.

Wegen der Ausgleichswirkung ist 2026 für die Grundsteuer ein Jahr des Übergangs. Deshalb sollten wir dabei Maß halten und darauf achten, dass uns keine Einnahmen unterstellt werden, die wir nicht haben.

Wie schon in der Krise nach 2008 sollten wir erreichbare Ziele sehen und keine Zweifel säen. Ja, da kann man schon ins Grübeln kommen, wie man einen Kläranlagen-Neubau, eine neue Kita, mehrere Feuerwehrgerätehäuser und weitere Sanierungsschritte im Schwimmbad finanzieren kann.

Das bekommen wir nur hin, wenn wir Ziele sehen und keine unnötigen Zweifel säen.

Wie bekommen wir das hin?

Schritt für Schritt. Am besten in die richtige Richtung. Und miteinander geht’s leichter als gegeneinander.

Danke fürs Zuhören und viel Gemeinsinn für die Beratungen“