Spannende Geschichte: Rund 150 Besucher kamen ins Bürgerhaus nach Eibelshausen, wo die Hinterländer Mountainbiker ihr jüngstes Abenteuer „Auf den Spuren der Wolgadeutschen“ zeigten. (Foto: Konrad)

Vor vollem Bürgerhaus haben die „Hinterländer Mountainbiker in Eibelshausen über ihr jüngstes Abenteuer berichten können, dann soll auch die nächste Tour wieder in Eschenburg landen: Für die nächste Tour haben die fünf Geschichts-Radler wieder eine Etappe hessische Heimatgeschichte vor: Auf den Spuren von Landgraf Philipp geht nun vom 27. bis 29. August 2020 von Belgien nach Simmersbach.

Seit 1992 sind Harald Becker, Matthias Schmidt (beide Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Biedenkopf-Wallau) und Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) auf dem Bike unterwegs und wollen „Geschichte (er)fahren“. Die fünf Freunde haben schon viele geschichtsträchtige Touren unternommen. So waren sie in England auf Bonifatius‘ Spuren, wie Hannibal über die Alpen, sie radelten in China, Namibia, Brasilien, Japan und in den USA – immer mit einer besonderen Geschichte im Hintergrund und im Hinterkopf.

Der Film „Auf der Spuren der Wolgadeutschen“ (hier bei Youtube) führte mit dem jüngsten Abenteuer der Histo(u)riker nach Russland und Kasachstan.  „Genn Dach“, hallte es den fünf Freunden in Saratow freundlich entgegen. Einer Familien-Geschichte von Auswanderern folgend, trafen sie vor Ort auf Hinterländer Dialekt. Für die Kirche in Saratow war auch die Spendenaktion der Tour gedacht. Nachdem die Premiere in der Kulturscheune in Herborn rund 600 € ergeben hatte, verdoppelte der Abend im Bürgerhaus Eibelshausen die Hilfe für den Innenausbau des Gotteshauses auf 1.300 €.

Heimkehr nach Hessen: Den Weg von Landgraf Philipp aus der Gefangenschaft in Belgien zurück nach Hessen wollen die Histo(u)riker als nächstes nachfahren und am 5. Mai an der Philippsbuche ankommen, die als Erinnerung an das Ereignis bei Simmersbach steht.Derweil der 40-minütige Film „Auf den Spuren der Wolgadeutschen“ mittlerweile auch auf „Youtube“ im Internet zu sehen ist, planen die Hinterländer Mountainbiker das nächste Abenteuer:  Wie vor 22 Jahren schon einmal geschafft, soll der Weg von Landgraf Philipp gefahren werden, der den „Großmütigen“ 1552 aus der Gefangenschaft bei Brüssel heim brachte. Der hessische Landgraf war von 1547 bis 1552 in den spanischen Niederlanden im Kerker. Er wurde am 05.09.1552 in Löwen, im heutigen Belgien, von Königin Maria auf freien Fuß gesetzt und ritt, begleitet von 300 spanischen Reitern, zurück in seine Heimat. Am Staffelböll bei Simmersbach betrat er erstmals wieder den Boden seines Hessenlandes.

Die Tour von Löwen in Belgien zum Staffelböll soll nun vom 27. bis 29. August steigen. Auch – durch Corona bedingt – viele Wochen nach der Europa-Woche wollen die Hinterländer Mountainbiker und die Gemeinde Eschenburg darauf hinweisen, dass Simmersbach eine wichtige Nahtstelle der hessischen und europäischen Geschichte ist. Und für Samstag gegen 16 Uhr können wir schon mal den Pedal-Rittern ein herzliches Willkommen zuhause vorbereiten. Zur Erinnerung an die Heimkehr des Landgrafen wurde die Philippsbuche dort in Simmersbach gepflanzt, die heute noch das Wappen der Simmersbacher ziert. Und enstprechend wird die Ankunft an der Philippsbuchge geplant.

Mehr Informationen über die Hinterländer Mountainbiker gibt es unter www.hinterlaendermountainbiker.de im Internet.